Montag, 15. April 2013


14.4.       Auf nach Las Vegas! Das Motel "Days Inn" in Hurricane war eigentlich in Ordnung, nur das Personal nicht. Ein erbärmliches Frühstück, Kaffee? - zu Ende, zum Toast Butter und Marmelade aus der Sprühflasche. Rezeption morgens nicht besetzt. Klingt nach Rassismus, was ich jetzt schreibe. Mit 3 Motels waren wir, was das Personal betrifft, nicht zufrieden. Unfreundlich, schlechte Verständigung, und alle 3 Motels wurden von Asiaten geführt, Inder oder Pakistani. Kann Zufall sein oder auch nicht. So haben wir im Einkaufszentrum einen großen Kaffee geholt und für den Tag eingekauft. Wir kennen die Preise in Las Vegas! Das Wetter war sonnig, morgens 15 C. Nach 9 Meilen waren wir auf der Interstate 15. Es war nicht viel Betrieb und wir nahmen uns Zeit für die 230 km. Kurz vor 12.00 Uhr Abfahrt Tropicana Av. Mir tränten die Augen, ein wahnsinniger Autoverkehr. Bloß gut, dass wir uns hier auskennen. Wer hier zum ersten Mal mit dem Auto in so einen Verkehr kommt und nicht genau weiß, wo er hin muss, der hat aber große Probleme. Nicht für uns. Hoteleinfahrt "Harrah's", 
      
                                                             hinein ins Parkhaus (5 Etagen) und zur Rezeption. Check-in ab 16.00 Uhr, früher einchecken 35$ extra. Nicht mit uns! Wir ließen alle Sachen im Auto bis auf meinen Rucksack, der schon angewachsen ist, denn darin liegen die Pässe, beide Portemonnaies, Smartphone, Brillen. Um die Zeit zu vertreiben, stürzten wir uns in das Menschengewühl auf dem Strip bei 29.0C. Es wird immer schlimmer mit den Menschenmassen. 1991 waren wir das erste Mal hier, im Vergleich zu heute war's damals ein Dorf! Wir wollen uns in den 3 Tagen hier etwas erholen und die Annehmlichkeiten des Hotels nutzen. Große Autofahrten werden wir nicht mehr unternehmen, denn die meisten Sehenswürdigkeiten rund um Las Vegas wie Hoover Dam, Tal des Todes, Grand Canyon, Fire Canyon State Park oder Lake Mead kennen wir alle. Auch deshalb ist Las Vegas so beliebt als Ausgangspunkt für die verschiedenen Unternehmungen. Die Outlet Mall kennen wir zwar auch zur Genüge, aber da geht's noch mal hin. Damit endet mein Reisebericht, es sei denn, Annette sprengt die Bank!!!


16.4.   Gesprengt hat Annette die Bank nicht, aber immerhin hat sie aus 10$ 16$ gemacht. Die Temperatur ist um 10 C gefallen, statt 28 nur noch 18 Grad und dazu noch ein saukalter Wüstenwind. Deshalb sind weniger Leute auf dem Strip unterwegs, aber die Casinos sind voll. Unglaublich, was hier für Geld verspielt wird. Mir macht allein das Zugucken Spaß, wenn ich sehe, dass meist die Bank gewinnt. Ebenso unglaublich, was für Spielautomaten entwickelt wurden, um den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Vielen Dank, Frank, für den Tipp mit "Whole Food", ein Supermarkt der Superlative. Wir haben dort gefrühstückt und für den Tag eingekauft. Dann haben wir noch das obligatorische Foto vor deWillkommensschild

von Las Vegas aufgenommen (bzw. mit uns aufnehmen lassen). Wir mussten lange warten, bis es frei war, denn vor uns war gerade eine Busladung voller Touristen angekommen. Smile - cheese - usw. Ein Elvis-Imitator durfte natürlich nicht fehlen. Auf dem Strip stehen Dutzende von solchen Figuren wie Elvis, Spiderman, Micky Mouse, Roboter usw. und hoffen auf ein Trinkgeld für ein Foto mit ihnen. Japaner, die unserer Meinung nach die Mehrzahl der Touristen nach den Amerikanern stellen, sind willkommene "Opfer". Livemusik gibt es überall in den Casinos, aber dermaßen laut, dass wir es nicht lange dort aushalten. Der Eintritt ist kostenlos, der Hörschaden inclusive.

Samstag, 13. April 2013


13.4.     7.00 Uhr Aufstehen, 8.00 Uhr Frühstück, 9.00 Uhr Abfahrt. Da unser Chevy vom Staubsturm, dann vom Regen und Schnee mehr als schmutzig war, gönnten wir ihm in einer Waschanlage einen touchless-wash für 5$. In 5 min. war der Wagen blitzsauber. Dann hieß es: go west! Zunächst über die Glen Canyon Bridge auf dem Highway 89. Nach 6 Meilen passierten wir die Grenze von Utah. Ein freundlicher Hotelnachbar und Hiker gab uns den Tipp, am Milemarker 19 auf dem kleinen Parkplatz einen Stopp einzulegen. Von dort führt ein Trail ca. 1,5 km lang zu unglaublich markanten Felsformationen, den "Toadstools" (Giftpilze). Schon der Weg war interessant zwischen ausgewaschenen Felsmauern, die einmal braun, dann gelb, dann weiß waren. Es waren nur 35 Höhenmeter zu überwinden und dann standen wir vor diesen "Gebilden". Der größte Pilz war ein ca. 8 m hoher Kegel mit einem riesigen Felsklotz als Hut obendrauf. Laut Prospekt ist dieser "Toadstool" das meistfotografierte Objekt im südlichen Utah. Wir machten Aufnahmen mit allem, was wir dabei hatten: mit Tablet, Kamera und Filmkamera. Einfach eine tolle, fast unwirkliche Landschaft, die die Natur hier geschaffen hat. Mit uns waren nur noch eine Handvoll Hiker unterwegs, nicht rappelvoll wie die Antelope Canyons und dazu noch kostenlos. 



Weiter auf der 89 nach Kanab, der erste Ort nach 75 Meilen. Mittagspause mit Cheesecake, Kaffee und frozen jogurt. Zwei Möglichkeiten gab es, nach Hurricane, unserem Tagesziel, zu fahren. Einmal über den Mount Carmel und Zion National Park oder durch das Reservat der Paiute Indianer über Colorado City. Wir waren schon in Carmel, als wir lasen, dass allein die Durchfahrt durch den Zion Nat. Park 25$ kosten soll. Vor 10 Jahren waren wir schon einmal hier, da kostete die Durchfahrt nichts. Also zurück nach Kanab und durch das Reservat nach Hurricane. Uhr eine Stunde vorstellen, Mountaintime. Wetterbericht: morgens 15 C, hohe Bewölkung, mittags 21 C, teilweise sonnig, 18.00 Uhr in Hurricane: sonnig bei 27 C und sehr warmem Wind. 

Freitag, 12. April 2013



12.4.      3. Tag in Page, es gibt immer noch viel zu sehen. Noch ein "Ereignis" von gestern. Wir hatten beide einen Haarschnitt nötig. Also hin zum "Barber". Großer Salon, 4 Angestellte, keine Kundschaft um die Mittagszeit. "Mein" junger Friseur verpasste mir einen Haarschnitt, den ich zum letzten Mal vor 70 Jahren hatte, als ich beim Jungvolk war! Erwähnenswert noch der Preis: 29$ = 22€ für uns beide! In Porto Vecchio bezahlen wir jedes Mal 58€.
Gestern war es bis zum späten Nachmittag bewölkt, heute volle Sonne. Wir entschieden uns dafür, auch den "Lower Antelope Canyon" anzusehen, gestern war es der "Upper Antelope Canyon". Auch hier geht es nur mit einem Führer, Navajo natürlich. Der Grund: 2007 sind in diesem Canyon 10 Personen ertrunken, 8 Franzosen, 1 Schwede, 1 Amerikaner laut Gedenktafel. Ein Gewitter mit Starkregen hatte regelrecht eine Flutwelle in den Canyon gespült, es gab kein Entkommen. 




Der Canyon gestern war eng, der heutige "hauteng". Schon der Einstieg war abenteuerlich, triple X Leute hätten nicht durch den Spalt gepasst. 90 Minuten ging es auf und ab, z.T. auf Leitern, durch die tollsten Sandsteinformationen. Wenn von oben Licht einfiel, dann erschienen einige Felspartien in Regenbogenfarben. Einfach ein Naturwunder, diese Antelope Canyons. In früheren Jahrhunderten lebten zahlreiche Antilopen im Gebiet der Canyons, daher der Name. Wir waren, genau wie alle anderen Personen unserer Gruppe, begeistert und beeindruckt von diesem Naturschauspiel!





Da wir mit den gestrigen Fotos vom "Horseshoe Bend" nicht zufrieden waren, vielleicht lag's am Licht, haben wir am Nachmittag die 6-Meilen-Tour nochmal gemacht. Die Sonne stand höher als gestern, und so wurden auch die Fotos besser. Kurz vor 19.00 Uhr noch einen Abendspaziergang, um die Sonne hinter dem Grand Canyon-Rand verschwinden zu sehen.


Donnerstag, 11. April 2013

11.4.      Zweiter Tag in Page, die eine sehr junge Stadt ist. Sie entstand mit dem Bau des "Glen Canyon Dam", der den Colorado zum Lake Powell aufstaut. 1956 begann man mit dem Bau des Dammes, und 1966 wurde er von der Präsidentengattin Johnson eingeweiht. 1954 wurde die Glen Canyon Bridge fertiggestellt, die unterhalb des Dammes den Canyon überspannt und 200 Meilen Umweg erspart. Ganze 17 Jahre dauerte es, bis der Lake Powell bis zur gewünschten Größe aufgestaut war. Heute ist er ein Paradies für Wassersportler aller Art, vom Kajak bis zum Hausboot. Page selbst ist eine kompakte Stadt oberhalb von Damm und Brücke. 1979 noch 4000 Einwohner, so hat sie heute das Doppelte. 3 Millionen Touristen kommen jährlich. Bootsleute, Hiker, Radfahrer, Fotografen, Künstler oder einfach nur sightseers so wie wir, um die Attraktionen rund um Page zu besuchen. Absolute Nr. 1 ist der Antelope Canyon. Beschreiben kann man ihn nicht, man muss ihn erlebt haben. Man wandert durch eine Zauberwelt geschaffen von Wind und Wasser. Auf rotem Sand auf engen Wegen, links und rechts die 50 m hohen Sandsteinwände in den unterschiedlichsten 



Farben. Bis 1999 war der Canyon öffentlich zugänglich. Seit dieser Zeit aber wird er von den Navajos verwaltet. Jetzt gibt es nur geführte Touren mit kleinen Gruppen von 10 Personen. Der Grund für die Restriktionen leuchtet ein. Vorher hatten die Touristen den Canyon durch Eingraphierungen und andere Unsitten den Gesamteindruck verschandelt. Andererseits muss man sagen, dass die Navajos sich die Erhaltung und Besichtigung gut bezahlen lassen. 35$ (oder mehr) kostet eine 1,5- stündige Tour zum und durch den Canyon. Von den 7 Abfahrtszeiten entschieden wir uns 9.30 Uhr, mit uns waren ca. 60 Personen "auf Achse".
Nach der Besichtigung von Brücke und Damm fuhren wir zu einer anderen Attraktion, der "Hufeisenkurve" des Colorado. Vom Klippenrand kann man sehen, wie der Colorado 300 m tiefer eine 270 Grad-Kurve um einen riesigen Sandsteinfelsen macht. Nichts für Nicht-Schwindel-Freie, es gibt kein Geländer, nur Warnungen haufenweise. Wir legten uns auf den Bauch, Kopf über den Klippenrand und schossen unsere Fotos. Und das Glück war mit uns, denn während es den ganzen Tag über bewölkt war, kam am Nachmittag die Sonne hervor und ließ die Wände des Canyons in den unterschiedlichsten Farben erscheinen. 

Mittwoch, 10. April 2013


09.4.     Über Nacht wurde uns ein Temperatursturz beschert. Gestern noch 28.0 C, heute Morgen 7.0 C und Regen. Eigentlich wollten wir weiter nach Norden in den "Canyon de Chelly, National Monument", da sagte der Wetterbericht
- 4 C und starken Schneefall voraus. So mussten wir unsere Route ändern. Von Miami (AZ) auf einer in Karte und Führer empfohlenen landschaftlich schönen Strecke 150 km nach Show Low. Zuerst im Gebiet der San Carlos Apachen, nach dem Salt River Canyon durch das Gebiet der White Mountain Apachen. Die White Mountains machten ihrem Namen alle Ehre. Aus Regen wurde Schnee, je höher wir kamen, umso kälter wurde es, schließlich 2 C und eine geschlossene Schneedecke. Über Nacht waren 15 cm Schnee gefallen. Es war schade, dass der Schneefall die Sicht sehr beeinträchtigte und wir die 
wirklich schöne Strecke nicht genießen konnten. In Show Low war ich in der Ortseinfahrt zu schnell und wurde geblitzt. Mal sehen, ob da was nachkommt. Nach dem Fahrerwechsel stellte Annette fest, dass im Armaturenbrett eine Lampe leuchtete: Symbol für "check engine". Kurze Zeit später sahen wir eine kleine Werkstatt mit genau diesem Symbol und den Worten: "We can help you". Wir konnten gleich in die Halle fahren. 2 Mechaniker prüften mit einem Testgerät alle Motorfunktionen, danach nochmal per Hand und Auge den gesamten Motorraum. Es war nichts festzustellen. Sie versicherten uns, dass wir beruhigt weiterfahren könnten. "Don't worry!" Ich wollte bezahlen, aber sie wollten absolut kein Geld annehmen. "Have a good day!" Der nächste Ort hieß Snowflake - Schneeflocke. Es waren aber viele Schneeflocken, die vom wolkenverhangenen Himmel fast horizontal fielen. In Holbrook trafen wir auf die Route 66, dort hatten wir im letzten Jahr auf einem KOA-RV Platz übernachtet. Wir kannten daher einen kleinen Imbiss und machten dort Mittagspause. Von Westen her wurde es heller, morgen soll der Spuk vorbei sein und die Temperaturen auf über 20 C steigen. Unser Hotel in Chambers war herrlich gelegen: auf der einen Seite in 50 m Entfernung die Interstate 10, auf der anderen Seite die Santa Fe Railroad. Na, dann gute Nacht!



10.4.      Unsere Befürchtungen, wegen der I 10 und der Railroad nicht schlafen zu können, waren umsonst. Da kein Bahnübergang in der Nähe war, gab es auch nicht das unüberhörbare Hupen der Loks. Um 7.00 Uhr Blick aus der Tür: kaum zu glauben, blauer Himmel mit ein paar vereinzelten Wolken, aber saukalt, 4 C. Was für ein Unterschied zu gestern. Im Wetterkanal konnten wir sehen, wie der Wintersturm über den mittleren Westen und Osten gezogen ist bzw. noch zieht. In Chicago z. B. sind gestern über 400 Flüge gestrichen worden. Für Nordarizona waren die Aussichten gut, und da wollten wir ja hin. Ziel: Page, die Stadt am Lake Powell, wo der Colorado aufgestaut wird. Die 191 führte schnurgerade nach Norden. Aus dem Apachenreservat kamen wir ins Gebiet der Navajo. Sie bezeichnen sich als Nation, nicht als Stamm, und zählen 170 000 Mitglieder. Ihr Reservat hat die Größe Bayerns! Der super ausgebaute Hwy. führte auf eine Hochfläche von 1500 bis 2000 m Höhe. Die Sonne stieg immer höher, die Temperatur sank immer tiefer und blieb über Stunden bei 0 C stehen. Die Landschaft änderte sich alle 50/60 km. Mal Wüste mit kniehohem Gestrüpp, mal bis zum Horizont reichendes Grasland, dann wieder eine Art Heidelandschaft mit 2-3 m hohem Wacholder. Und immer wieder links und rechts die Mesas (=Tisch), Tafelberge, in die sich tiefe Canyons hineingefressen hatten. Dann fuhren wir durch ein Mini-Monument Valley mit großen allein stehenden Felsen und Säulen, die der Verwitterung Stand gehalten haben. 

Es gab immer etwas zu sehen oder zu fotografieren. Das einzige, was wir nicht gesehen haben, waren Indianer, außer in den Supermärkten, Souvenirläden und Tankstellen. 420 km waren es bis Page, wir brauchten mit einigen Pausen 6 Stunden. Vergessen habe ich die Hopi, ein sehr selbstbewusstes Volk, das mitten im Navajogebiet lebt und bekannt ist durch ausgezeichnete kunsthandwerkliche Erzeugnisse. Nur der Vollständigkeit halber: In den USA gibt es 314 Indianerstämme, die in Reservaten leben. In Page angekommen haben wir uns erst einmal den Grund unseres Hierseins gewidmet, nämlich die Tickets für die Fahrt zum und in den Antelope Canyon gebucht. Dazu morgen. Die Temperatur war zum Schluss auf 10 C!! gestiegen.

Montag, 8. April 2013


08.4.     Um 8.00 Uhr Abfahrt von Sierra Vista. Als nächstes Ziel hatten wir den Chiricahua National Park ausgewählt. Er liegt etwas abseits nahe der Grenze zu New Mexico, und unsere Fahrt dauerte über 2 Stunden durch die Wüste mit karger Vegetation. Ab und zu sahen wir weit verstreut einige Ranchs, manchmal auch ein paar Rinder fernab jeglicher Behausung. Wie kann man hier in dieser Wüstenei siedeln und davon leben? Und dann die Apachen! Nach der mexikanischen Unabhängigkeit 1821 kamen immer mehr Siedler, die von der US-Army vor den Indianern beschützt wurden. Cochise und Geronimo führten einen jahrelangen Krieg gegen die US-Army in dem unübersichtlichen Canyon. 1886 gab Geronimo auf, die Chiricahua Apachen wurden nach Oklahoma und New Mexico in Reservate umgesiedelt.
Ein Panoramaweg von ca. 10 km Länge führt durch den Bonita Canyon mit mehreren Aussichtspunkten hinauf auf 2100 m. Viele Wanderwege durchziehen den National Park, der auch einen Campingplatz hat. Eindrucksvolle Felsformationen waren durch Wind, Wasser und Sonne entstanden, vor allen Dingen die "Balanced Rocks" , riesige Felsbrocken, die jeden Augenblick herunter zu fallen scheinen. Das kleine, aber feine Visitor Center gab alle Informationen über die Geschichte der Besiedlung, leider waren die zahlreichen Bücher und Schriften nur in Englisch. Um 12.00 Uhr Abfahrt vom National Park nach Norden. Ein Stück auf der Interstate 10, dann 200 km durch das Reservat der San Carlos Apachen. Wertloses Land, was man den Indianern überlassen hat, nicht mal Weideland, nur öde Wüste. Wir sahen auch kaum Indianer, nur in den Supermärkten in den Städten Saffort und Globe. Es wehte den ganzen Tag über ein sehr starker Wind, die Temperatur war mit 20 - 25 C angenehm, aber der Staub trübte die Sicht, von den umliegenden Gebirgszügen war teilweise nichts zu sehen. Grosse Büsche fegten über die Strasse, so wie man das aus den Westernfilmen kennt. Unser Hotel liegt in Miami, nicht Miami in New Mexico, nicht Miami in Floria, sondern Miami in Arizona. Heute kocht die Microwelle.

Sonntag, 7. April 2013


07.4.     Wir haben entschieden, noch einen Tag hier zu bleiben, um die Gegend etwas zu erkunden. Zuerst sind wir nach Bisbee gefahren, eine Stadt eingepfercht in einem Talkessel. Ende des 19. Jahrh. entdeckte man Kupfer und ein Boom setzte ein. Horden von Prospektoren und Spekulanten strömten herbei in der Hoffnung, reich zu werden. 1910 war Bisbee ein reicher Ort mit der größten Kupfermine Amerikas. Als 1975 die Mine schloss, drohte der Verfall. Aber dann entdeckten Künstler und Hippies die Stadt, danach die Tourismusbranche. Heute ist Bisbee mit 6000 E. ein Touristenort. Hauptattraktion ist das Bergwerksmuseum mit Fahrten "unter Tage". Noch mehr Touristen im Cochise County hat Tombstone aufzuweisen, die wohl bekannteste Westernstadt. Legendär ist die Schießerei 1881 zwischen Wyatt Earp und Doc Holliday mit den Outlaw Cowboys. Drei davon blieben auf der Strecke. Dieser gunfight im O.K. Corral wird an den Wochenenden für Touristen nachgespielt, ein echt amerikanisches Spektakel. Wyatt Earp bestimmt das Stadtbild: Wyatt Earp Hotel, -Restaurant, -Saloon, -Souvenirshops usw. Heute ist Sonntag, die Stadt ist von Touristen überschwemmt. Die Sonne hatte wieder kein Erbarmen, um 15.00 Uhr waren wir "gar" und machten uns im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Staub.

Samstag, 6. April 2013


06.4.    Am Samstag früh war noch nicht viel los auf Tucsons Straßen. 24 km waren es bis zum Saguara National Park. Er ist der bekannteste Kakteenpark in der Sonora Wüste, die mit ihrer Vielfalt an tierischem und pflanzlichem Leben alle anderen Wüsten Nordamerikas weit übertrifft. Der Saguaro Kaktus wird auch Monarch der Sonora Wüste genannt, er ist ein Symbol für Amerikas Südwest. Er wächst sehr langsam. Nach 30 Jahren ist er ca. 30 cm hoch, noch 30 Jahre später beginnt er zu blühen, nach 50 Jahren kann er 2,5 m erreichen, nach 75 Jahren beginnt er "Arme" zu entwickeln. Saguaras werden 150 Jahre alt und älter und 15 m hoch. Aber auch andere Kakteenarten gibt es im Park: Ocotillo, Orgelpfeifenkakteen, Cholla, Yucca, Staghorn usw. Fast 3 Stunden durchkurvten wir den Park mit filmen und fotografieren. Immer wieder fanden wir neue "Objekte". Inzwischen war es wieder sehr warm geworden, die Sonne strahlte gnadenlos vom wolkenlosen Himmel. 12.00 Uhr Weiterfahrt nach Süden durch Farmland. Eine "Winery" lud zum Weinprobieren ein, wo um Himmels Willen sollen denn hier in der Wüste die Weinberge sein? Unser Hotel "Quality Inn" liegt in Sierra Vista, einer außerordentlich belebten Wüstenstadt mit allem Drum und Dran. Das hatten wir so nicht erwartet. Natürlich gab es wieder "border control", die mexikanische Grenze ist nah. Im Safeway Markt - ich habe noch die Mitgliedskarte vom letzten Jahr - versorgten wir uns für die nächsten 2 Tage mit Lebensmitteln.

Freitag, 5. April 2013

05.4.    Der Dunst von gestern, der die Hitze nicht entweichen ließ, war über Nacht verflogen. Am Morgen war die Luft glasklar, keine Wolke am Himmel, die Berge ringsherum zum Greifen nah. Heutiges Ziel: das Hotel "Clarion" in Tucson. Auf der I 8 nach Osten, links und rechts Wüste so weit das Auge reicht, zuerst die Yuma Wüste, dann die Sonara Wüste. Als wir vor 22 Jahren im August das erste Mal hier entlang fuhren, war alles verstaubt und vertrocknet. Was für ein Unterschied zu heute. "Die Wüste lebt" heißt ein Film von Grzimek. Wir sagen heute: Die Wüste blüht. Es muss wohl in den letzten Monaten geregnet haben. Am Straßenrand eine einzige Blumenpracht in gelb und rot, dazu 3 - 4 m hohe Büsche in leuchtendem Gelb. 100 Meilen vor Tucson tauchten dann die ersten Saguara Kakteen auf, z. T. bis 4 m hohe schlanke "Masten", andere mit weit ausladenden Armen, deshalb auch der Name Kandelaber Kaktus. Letztendlich fuhren wir durch einen regelrechten Kakteenwald, der sich auch die Hänge und Berge hinaufzog. Die verschiedenen Formen der Kakteen regten unsere Fantasie an, wir "sahen" Tänzer, Akrobaten und Fabelwesen. So eine schöne Wüstenfahrt, was die Pflanzenwelt betrifft, haben wir noch nicht gehabt. 15.00 Uhr Ankunft im Hotel in Tucson. Temperatur 31.0 C, der Captain auf der "Vision" würde sagen: UV-Index extrem high. Auf den letzten 200 km gab es noch 2 Besonderheiten.

1.) Wir befanden uns im Tohono O' Odham Indianer Reservat. Am Straßenrand sahen wie viele Kreuze und Gedenkstätten aller Art für Verkehrstote. Don't drink when you drive! Gilt scheinbar nicht für jeden. 2.)  Bedingt durch die nahe mexikanische Grenze war viel "border control" unterwegs. Die Polizeiautos standen in Nebenstraßen oder am Straßenrand. Auf dem Highway zwei Kontrollstellen: Ein Drogenhund schnüffelte unser Auto ab. "Where are you from?" - Germany - "Okay, have a good day". Einmal mussten wir aber doch die Pässe zeigen. Um 18.00 Uhr noch ein wenig die Beine vertreten, außer uns waren nur noch ein paar Penner zu Fuß unterwegs. Neben uns auf der 4- spurigen Straße mitten in der Stadt "brummte" der Feierabendverkehr. 

04.4.   Früh war es noch kühl. Nach dem Frühstück erst einmal nachtanken. Das Benzin ist seit letztem Jahr nicht viel teurer geworden: 3,80 $ pro Gallone, das ist ein Dollar pro Liter oder 78 Eurocent. Unser Chevy hat 6,4 l auf 100 km verbraucht, die Amis haben jetzt auch sparsamere Autos.
Erstes Ziel heute: der Joshua Tree National Park auf einer Hochfläche mitten in der Wüste. 3 Pflanzen bestimmen das Bild: die Joshua Trees, das sind kakteenartige große Bäume mit großen weißen Blüten, dann die Cholla - ca. 1 m hohe meist kugelrunde "Stacheltiere", und die Ocotillo - bis zu 3 m hohe Kakteen mit orange/roten Blüten. Wir brauchten 4 Stunden, um durch den Park zu fahren. Es waren sehr viele Besucher da. In den großen Felsformationen liegen idyllische Campingplätze, die fast alle voll waren. Die Amerikaner machen mit Kind und Kegel ein Wochenende oder eine Woche Camping hier im Park. Es gibt viele Wanderwege. Toiletten sind vorhanden, Wasser muss mitgebracht werden. Kein Problem bei den Pickups oder Geländewagen. Im Park waren die Temperaturen mit 25.0 C noch angenehm. Aber dann! Bei der Abfahrt ins Coachella Tal ging es hoch auf 36.0 C, obwohl die Sonne verschleiert war. Auf der Interstate 10 ostwärts nach Blythe am Colorado, der die Grenze zu Arizona bildet. 20 km weiter in Quartzsite verließen wir die I 10 und fuhren auf der US 95 nach Yuma, ebenfalls am Colorado.Yuma ist Grenzstadt zu Mexico mit unzähligen Hotels und Motels, RV-Parks (Campingplätze für Wohnmobile) und Einkaufszentren. Yuma und Umgebung zieht jedes Jahr Tausende von Amerikanern aus den nördlichen Staaten und Kanadier an, die sog. Snowbirds (Zugvögel), die dem Winter entfliehen und hier Monate verbringen. Wir haben etliche dieser Snowbirds voriges Jahr auf der Route 66 kennengelernt, die auf dem Heimweg waren. Unser Abendbrot war heute bescheiden: ein Sandwich von der Tankstelle und ein Pfund Erdbeeren pro Person mit Schlagsahne. Wegen der Hitze - es waren um 18.00 Uhr immer noch über 30.0 C - haben wir nichts weiter unternommen.


Donnerstag, 4. April 2013



                      Kapitel 3:  Die Autoreise


03.4.    Gut geschlafen im "Golf Resort" in Ramona und erholt vom anstrengenden Vortag. Annette hatte von der Schiffsreise geträumt und vermisste das Meer. Es kündigte sich schon morgens ein heißer Tag an. Der Hwy 78 führte uns ostwärts in die San Bernardino Mountains, durch die Borrego Wüste an den Salton See. Dort auf der 86 nach Norden durch zum Teil bewässertes Gebiet mit riesigen Dattelpalmenplantagen und anderen Kulturpflanzen, die wir vom Auto aus nicht erkennen konnten. Dazwischen immer wieder staubtrockene Wüste. Dann kamen die Nobel-Orte Palm Desert, Palm Springs, Desert Hot Springs, Twentynine Palms, alle Alterssitz vieler reicher Rentner. Palms Springs allein hat 100 Golfplätze, und das mitten in der Wüste!!! Die Temperatur war inzwischen auf 37.0 C geklettert. Wir steuerten in Yucca Valley das am Vorabend gebuchte Motel "Super 8" an. Mittagspause. Am Nachmittag wollten wir uns den Ort ansehen, aber es ging einfach nicht. Wie in vielen amerikanischen Städten gibt es kein Zentrum und auch keine Bürgersteige. Mitten durch den Ort führt der 4-spurige Hwy, davon gehen unzählige Quer- und Parallelstraßen ab. Die Ausdehnung der Städte ist enorm. Aufgrund der meist eingeschossigen Häuser wird viel Land "verbraucht". Yucca Valley hat einen Durchmesser von ca. 12 km, auf der Karte aber nur ein winziger Punkt. Im Kampf mit den Autofahrern kamen wir gerade bis zur Post und zu einem großen Markt, wo wir uns das Abendbrot besorgten. Ich war hundemüde, schaute noch etwas dieses furchtbare US-Fernsehen, und um 21.00 Uhr war ich eingenickt. Annette hat noch mit dem Tablet einige meiner Berichte - auf neudeutsch - gepostet und außerdem noch das Hotel für den nächsten Tag in Yuma reserviert.

Mittwoch, 3. April 2013

01.4.   Tag 15 an Bord. Über Nacht war die See rauh geworden. Der starke Wind kam genau von vorn, so dass das Schiff ruhig blieb. Die Außendecks 9 und 10 blieben leer, denn trotz der Sonne war es frisch. Wir haben den Tag wie die meisten anderen im 
Centrum verbracht mit Lesen, Sudoku, Bericht schreiben usw. Um 19.00 Uhr gab es dann ein besonderes Erlebnis: die Flaggenparade der 63 Nationen, die in der Crew vertreten sind. Dazu wurde jeweils die typische Musik gespielt. Als das einzige deutsche Crewmitglied unsere Flagge schwenkend einmarschierte, ertönte bayrische Oktoberfestmusik. Es war ein sehr schönes und stimmungsvolles Erlebnis. Danach hieß es Koffer packen, denn die mussten bis 23.00 Uhr vor die Kabinentür gestellt werden.



02.4.    Tag der Ausschiffung. Um 5.30 Uhr legte die "Vision" in San Diego an, für uns Zeit aufzustehen. Ab 6.30 Uhr mussten alle - auch US-Bürger - zur Pass- und Zollkontrolle im großen Restaurant erscheinen. Sechs Einwanderungsbeamte waren an Bord gekommen, um die Kontrollen durchzuführen. Es war eine Farce! Zollerklärung abgeben, Stempel in den Pass, das war's. Die Koffer waren inzwischen von der Mannschaft in eine große Halle gebracht worden, geordnet nach den Aufklebern, die wir am Tag vorher bekommen hatten. Dann wurden die verschiedenen Kabinenabschnitte aufgerufen, und wir konnten das Schiff verlassen. Am Pier standen unzählige Busse und Taxen. Wir hatten schon auf dem Schiff den Shuttle zum Flughafen gebucht, denn dort hatten wir ja ein Auto von Korsika aus gemietet. Ein weiterer Shuttle brachte uns vom Flughafen zu "Alamo", dem Vermieter. Wir entschieden uns für einen Chevrolet (was sonst?) mit 4600 km auf dem Tacho. Raus aus San Diego auf der Interstate 8 Richtung Osten. Nach 70 km waren wir an unserem Hotel, dem Golf Resort Ramona. Wetterbericht: morgens bedeckt, ab 11.00 Uhr volle Sonne, 23.0 C. Schöner Blick von unserem Balkon auf den 18-Loch-Platz. Ganz wichtig: Annette hat endlich wieder (kostenfreies) WiFi!!!
31.3.    Tag 14. an Bord, Ostersonntag. Wir haben wieder eine andere Zeitzone erreicht, die Uhr also wieder eine Stunde zurückstellen, Pacific Time. Da in Europa heute die Sommerzeit beginnt, ist der Zeitunterschied gleich um 2 Std. gewachsen, also auf 9 Stunden. Um 7.00 Uhr erreichten wir Cabo San Lucas, die letzte Etappe vor San Diego. In Cabo San Lucas konnten wir nicht am Pier festmachen, da die "Vision of the Seas" zu groß für den Hafen ist. Also wurde der Anker ca. 500 m vom Land entfernt geworfen, bzw. herunter gelassen. Die Ausschiffung erfolgt mit kleinen Booten, Tender genannt, und verläuft reibungslos. 24 Excursionen waren im Angebot, wir entschieden uns aber nur für einen Gang durch die voll auf Touristen eingestellte Stadt. Die Innenstadt war für Autoverkehr gesperrt (Ostersonntag) und war voller Menschen, vor allem Kinder und Jugendliche.  Und natürlich die 

Kreuzfahrer, die die Läden und Boutiquen abklapperten. Wir kamen mit einem Ehepaar aus Hessen ins Gespräch, das seine 27.!!! Kreuzfahrt machte, im Augenblick die zweite hintereinander. Um 11.30 Uhr fuhren wir wieder zurück zum Schiff, es war zu warm geworden, um weiter herum zu laufen, 31.0 C. Wie nach allen Landgängen wird genau kontrolliert, was man bei sich hat. Taschen und Rucksack werden durchleuchtet, zum Teil auch mit der Hand durchsucht. Früchte oder andere Lebensmittel werden konfisziert. Trotz aller Hygienemaßnahmen hat es einige Gäste erwischt. Gestern bei dem Ausflug war ein Deutscher mit dabei, dessen Frau Durchfall bekommen hatte. Sie wollten beim Schiffsarzt nur Tabletten dagegen holen. Die Frau durfte die Kabine nicht verlassen, ihr Bordpass wurde sofort blockiert, dadurch wäre es unmöglich geworden, dass Schiff zu verlassen. Der bereits bezahlte Ausflug wurde erstattet. Um 15.00 Uhr wurde der Anker gelichtet, ab zur letzten Etappe 1400 km bis San Diego. Als die "Vision" vor Anker lag, kreiste ein Polizeiboot ringsherum, um die zu nahe kommenden Paddelboote, Stehpaddler und Ausflugsboote fernzuhalten. Sicherheit über alles! Wir machten Siesta auf dem Pooldeck, danach Whirlpool und Umziehen fürs Restaurant. Heute war dresscode "formal" angesagt, also "in Schale". Am Tisch hatten wir wieder interessante Nachbarn, die alle schon mal in Deutschland waren. Annette hat einen Teil vom Hummer verdrückt, ich hatte Prime Rib. Danach "Dancing" nach der Musik vom "City Lights Trio" bis 22.00 Uhr.
30.3.     Tag 13 an Bord, unser 40. Hochzeitstag. Pünktlich um 7.00 Uhr legten wir in Puerto Vallarta, Mexico, an. 20 verschiedene Exkursionen waren im Angebot. Wir hatten uns für "Sierra Madre Off-Road Adventure" entschieden, eine 6,5 Std. Tour. Unser Guide, eine junge Holländerin, die hier für eine Tourismusagentur arbeitet, führte uns zu unserem Fahrzeug, ein Unimog von Mercedes. Die Seiten offen, gepolsterte Sitzbänke, überall Haltegriffe, Gurte, ein knallhartes Geländefahrzeug. Wir waren 10 Personen. Puerto Vallarta liegt in einer großen Bucht, eine schöne, saubere Stadt. Im Hintergrund die Sierra Madre. Und dann ging's los, zuerst auf einer vielbefahrenen Straße, dann off-road weiter. Spätestens jetzt wussten wir, warum in der Tourbeschreibung stand: Nicht geeignet für Schwangere und Personen mit Hals- und Rückenproblemen. Eine Höllenfahrt über Wege, die keine waren. Wir waren richtig im Hinterland. Aussteigen zu einem 45-minütigen Marsch durch den Wald mit vielen Erklärungen über die Vegetation. Stopp an einer kleinen Farm mitten im Nichts. Ein altes Ehepaar lebt hier und ist wohl auf Touristen vorbereitet (worden), denn die Frau servierte uns einen Imbiss, Tacos, typisch mexikanisch. Der Unimog sammelte uns wieder ein und brachte uns nach Sayulita, eine Stadt am Meer mit einem riesigen Sandstrand. Ostersamstag, ein unbeschreibliches Gewühl von Einheimischen. Volle Restaurants, die Stadt war ein einziger Markt und Verkaufsstand. Am Strand Hunderte von Liegestühlen und Sonnenschirmen. Temperatur: 31.0 C. Um 11.30 Uhr weiter off-road zu einem weniger belebten Strand zu einem Barbecue, organisiert vom Touroperator. Steaks, Würstchen, alle Sorten Gemüse, Obst, Salate, Kuchen usw. Und natürlich Tequila, mexikanisches Nationalgetränk. Die 1 1/2 stündige Rückfahrt nach Puerto Vallarta war sehr lustig. Unser Guide zog eine Flasche Tequila (35 %) aus der Kühlbox plus etliche Flaschen Bier. Sie wollte mit uns und den anderen gemeinsam auf unseren Hochzeitstag anstoßen. Während wir nur einen kleinen Schluck tranken, wollten andere immer wieder auf unser Wohl trinken. Die Stimmung stieg immer mehr, am Pier angekommen waren alle Flaschen leer. Durchgeschüttelt vom Unimog entspannten wir uns erst einmal im Whirlpool. 19.00 Uhr Musikshow im Theater mit dem Vision of the Seas Orchester und einer Sängerin, die heute erst aufs Schiff gekommen war. Beim Abendessen brachten uns einige Kellner ein Ständchen zum 40.!

 Ab 22.00 Uhr Tropical Night auf dem Pooldeck. Die Küche hatte wieder ein ca. 12 m langes Buffet aufgebaut mit allem, was das Herz begehrt. Unser Herz begehrte aber nichts mehr, wir konnten einfach nichts mehr essen. Zu ohrenbetäubender Musik wurden eingeübte Formationstänze getanzt, angeführt vom Kreuzfahrtdirektor und weiteren Animateuren. Da konnten wir nicht mithalten. Um 23.30 Uhr verzogen wir uns in die Kabine.

29.3.     Tag 12 an Bord. Keine Wellen! Die Brücke meldet: sonnig, 28.0 C, UV-Index extrem, leichte Brise. Also wieder Schatten aufsuchen! Die Fahrt geht längs der mexikanischen Küste vorbei an Acapulco. Frühstück und ab auf Deck 10. Die Sonnenanbeter waren schon da. Nochmal ein Wort zur Sauberkeit auf dem Schiff. Die Decks 9 und 10 werden fast täglich desinfiziert und geschrubbt. Alle Geländer und die Reling werden täglich abgewischt. Vor jedem Restaurant, Shop, Theater, Spielcasino und, und, und. ...stehen automatische Desinfektionsspender. Die öffentlichen Toiletten werden stündlich gesäubert. Ich döste in der Sonne, da stand plötzlich Frau Captain von mir, eine hübsche, ca. 40-Jährige. Ich stellte mich auf Deutsch vor und sagte, dass sie als Dänin sicherlich Deutsch spreche. "Ja, aber nicht gut". Wie es uns gefiele? Ich sagte, wir seien froh, ihr Schiff gewählt zu haben. Handschlag und goodbye. Annette war gerade in der Kabine, um Sportsachen anzuziehen für die Kletterwand. Helm auf, Geschirr an und hoch gings. Es dauerte nicht lange, und sie läutete oben die Glocke. Zum Mittag nur Kaffee und Kuchen, mehr ging nicht. 16.00 Uhr Fitnesstime: Annette ins Studio, ich auf die Piste. Bei starkem Fahrtwind und praller Sonne absolvierte ich meine 10 Runden. Danach Pool und Whirlpool zur Entspannung. 19.00 Uhr ins Theater, das 750 Plätze hat. Eine knappe Stunde "Boogie Wonderland" Show, eine klasse Tanz- und Gesangsvorführung aus den 60er Jahren, natürlich alles live gespielt und gesungen. Nach dem Abendessen ins Centrum zur 70er Jahre Tanz Party. Ein Wahnsinn! Die 3 Etagen waren voller Leute, einige Animateure feuerten die Menge an, alles tanzte und rockte mit ihnen, johlte und klatschte, vom Twen bis zum Opa (Oma natürlich auch!) Wir hatten alle viel Spaß und tanzten inmitten der Menge mit. Um 23.00 Uhr machten wir Schluss, denn um 6.00 Uhr klingelt der Wecker.

28.3.     Tag 11 an Bord. Geweckt wurden wir durch ein leichtes Schlingern des Schiffes. Blick aus dem Fenster: mächtige Wellen von 6 m Höhe, die Gischt spritzte bis über die untere Reling. Das obere Deck war wegen zu starken Windes gesperrt. Vom stahlblauen Himmel herunter brannte die Sonne, Vorhersage: 32.0 C. Nach dem Frühstück wurde es mir leicht mulmig. Um Übelkeit zu vermeiden, legte ich mich wieder ins Bett bis 12.00 Uhr. Annette genoss die Auswirkung der Wellen und beschäftigte sich mit ihrem Tablet. Das Meer hatte sich inzwischen beruhigt, das Sonnendeck wurde wieder freigegeben. Es ging mir gut, und das Mittagessen schmeckte mir auch wieder! Wir suchten einen schattigen Platz auf dem Pooldeck, "Hot Sands" spielte Caribian Music von 14.30 - 16.30 Uhr, klasse. Das Unterhaltungsprogramm ist sehr vielfältig: Die 2 Theater sind jeden Abend voll: Vorträge, Bauchredner, Filme, Shows - natürlich in Englisch. Es gibt selbstverständlich auch ein Spielkasino, das den ganzen Tag über besetzt ist: "einarmige Banditen", Poker, Black Jack usw. Da sitzen die Alten und verdaddeln ihre Pension. Das Bordfernsehen in jeder Kabine hat 32 US-Kanäle und 2 spanische. Auf CCN wird ständig über die Krise in/mit Zypern berichtet. 
Um 17.00 Uhr ging Annette in den Fitnessraum, ich drehte meine 10 Runden in der Abendsonne bei angenehmem Fahrtwind. Das Meer war wieder "platt". Am Morgen hatte ich schon das Schlimmste befürchtet. Nach dem Training gingen wir zum Innenpool und Whirlpool, beides hatten wir heute für uns ganz allein. Nach dem Dinner genossen wir noch den langen Abend an der Reling bei Vollmond. Temperatur, live von der Brücke angezeigt, 28.0 C um 22.00 Uhr, einfach herrlich.





Dienstag, 2. April 2013


27.3.    Tag 10 an Bord. Um 7.00 Uhr legten wir am Pier von Quetzal, Guatemala, an. Von den 18 angebotenen Exkursionen hatten wir uns "Pacaya Volcano Climbing" ausgesucht. Wir waren 32 Leute im Bus. Die Acht-Stunden-Tour wurde härter, als wir gedacht hatten. Zuerst eine gute Stunde Fahrt zum Fuß des Vulkans, für den Busfahrer eine Herausforderung bei den unbefestigten, kurvenreichen Straßen. Am Pier war es warm gewesen, aber als wir am Fuß des Vulkans ankamen, waren es nur noch 16.0 C; Höhe: 1100 m. Der Aufstieg war beschwerlich. Am Ausgangspunkt ein Gewühl von Einheimischen. Alle wollten irgendetwas verkaufen. Dutzende von Kindern boten Wanderstöcke für 1$ an. Ca. 25 ärmlich bis zerlumpt gekleidete Indios warteten mit ihren Pferden oder Mulis darauf, "gemietet" zu werden. Die ersten Leute stiegen gleich auf. Dann ging es 1200 m, zum Teil sehr steil, auf Lava-Asche und Geröll hinauf zum unteren Kraterrand. Der Pacaya ist ein sehr schöner Vulkan vom Typ "Stromboli", also kegelförmig. Die "unbesetzten" Pferde folgten uns, die Leute wussten wohl, dass nach und nach immer mehr Touristen schlapp machen. 3 Guides begleiteten uns, einer vorn, einer in der Mitte und einer hinten. Der mittlere war eine Art Sanitäter, ausgerüstet mit Verbandszeug, Blutdruckmesser, Decke usw. Er kam auch mehrere Male zum Einsatz. Eine Frau hatte einen Schwächeanfall, andere stürzten und verletzten sich an dem scharfkantigen Lavagestein. Als wir 2300 m Höhe erreichten, waren schon 10 aufs Pferd umgestiegen. Es pfiff ein starker Wind, die Temperatur war weiter gesunken auf 12.0 C. Annette und ich hatten nur ein T-Shirt an, wir schwitzten trotzdem. Aber in den 6 Pausen, die der Chefguide machte, damit alle wieder aufrücken konnten und er seine Erklärungen über Vegetation und den Vulkan abgeben konnte, froren wir wie die Hunde. Der Abstieg entlang des riesigen Lavafeldes vom letzten Ausbruch 2007 war ebenfalls anstrengend. Das kieselsteingroße Lavageröll vermischt mit Asche gab bei jedem Tritt nach, erhöhte Sturzgefahr. Und wieder kamen 2 weitere Pferde zum Einsatz. 

Dass ich wieder der Älteste war, versteht sich von selbst! Der Abstieg wurde durch die Sonne versüßt, die Temperatur stieg rapide an. Am Bus angekommen, dreckig und erneut verschwitzt, mussten erst einmal die Steinchen und Asche aus den Schuhen "gekippt" werden. Danach ging's in ein großes Restaurant zu einem deftigen Mittagessen, welches der Chefguide schon zu Beginn der halbstündigen Fahrt per Handy geordert hatte. Alles war wirklich gut organisiert. Das Restaurant war voll von einheimischen Familien, es sind Osterferien! Um 16.30 Uhr zurück am Schiff. Wir duschten und zogen uns um, gingen sofort in den Whirlpool, um unsere lahmen Beine zu entspannen. Nach dem Dinner ins Zentrum, um noch etwas Livemusik zu hören. Aber getanzt haben wir nicht mehr.


26.3.    Tag 9 an Bord. Seit gestern Abend fahren wir längs der Küste von Costa Rica und Nicaragua Richtung Guatemala. Wetter: sonnig, UV-Index extrem, aber "nur" angenehme 25.0 C. Gestern Abend zum Dinner im Bedienungsrestaurant war Dresscode "White" angesagt. Für die Damen weißes Kleid oder Hose, die Herren weißes Hemd/Jackett, helle Hose. Heute Abend wollen wir wieder mal dorthin gehen: Dresscode "smart casual", d.h. sportlich elegant. Ein paar Worte zu den Passagieren. Es ist ein Gemisch von vornehm bis untere Klasse. Am besten sieht man das im SB-Restaurant. Mütze beim Essen auf dem Kopf, Achselhemd oder Top, obwohl das nicht erwünscht ist, lautes Lachen und Erzählen, "le peuple" würden die Franzosen sagen. Wir fragen uns manchmal, wie manche Leute sich diese nicht gerade billige Kreuzfahrt leisten können. Heute ist das Meer zum ersten Mal bewegt, leichte Schaumkronen. Aber an Bord merkt man absolut nichts. Die Korsika-Fähren würden da schon ganz schön schwanken. An der Reling sitzen, lesen, dösen, schlafen, aufs Meer schauen. Der Wetterfrosch hatte sich geirrt, es wurde immer wärmer, mittags 30.0 C. Um 13.15 Uhr fand auf dem Pooldeck der "Miss Biceps Contest" statt. 6 Männer aus dem Publikum bildeten die Jury, 6 Frauen stellten sich dem Wettbewerb. Ich habe Annette so lange bedrängt, bis sie letztendlich teilgenommen hat. "And here ist Annette from Germany". Die Menge johlte wie bei allen Vorstellungen. Annette hat zwar nicht gewonnen, aber eine gute Vorstellung abgegeben. Ich habe alles auf Video!! Übrigens, seit gestern haben wir einen neuen alten Kapitän. Srecko Bon aus Kroatien wurde von Kapitänin Liz Listensen aus Dänemark abgelöst. Das Meer hatte die Schaumkronen verloren und war wieder platt wie eine Flunder. Um 16.30 Uhr ist Annette in den Fitnessraum gegangen, ich habe bei leicht verschleierter Sonne meine 10 Runden abgespult und dabei wie ein Affe geschwitzt. Heute mal ins Restaurant, wir müssen ja irgendwann mal unsere Abendrobe "ausführen!" Gefallen hat es uns nicht, nur die Gespräche am Tisch waren nett und interessant, 3 Paare aus Großbritannien. Danach ins Zentrum zum Tanzen bis 22.30 Uhr. Wir müssen mehr üben, haben wir festgestellt. 




24.3.     Sonntag, 7. Tag an Bord. 6.30 Uhr Sonnenaufgang, zu sehen war aber nichts, da es sehr dunstig war. Also krochen wir erst um 7.00 Uhr aus der Koje. Der Pazifik war aalglatt, die einzigen Wellen waren die, die unser Pott erzeugte. Als wir nach dem Frühstück an Deck kamen, schlug uns eine unverschämte Hitze entgegen: 97 F = 36 C im Schatten!!! Und den gibt es Gott sei Dank reichlich. Außerdem sind alle Innenräume wie Theater, Forum, alle Bars, Lounges, Bücherei und Restaurants angenehm kühl wie auch der Innenpool mit 2 Whirlpools. Einen Hitzschlag muss keiner kriegen, vielleicht die Bekloppten, die sich bei der Hitze in die pralle Sonne brezeln oder bei der größten Sonneneinstrahlung laufen oder walken. Für uns war es ein fauler Tag auf See. Wir fuhren erst an der Küste Panamas entlang, dann nordwärts entlang der Küste Costa Ricas, allerdings alles außer Sichtweite. Wir lagen im Liegestuhl, Blick aufs Meer, Lesen, Sudoku, Dösen, Schlafen. Ab und zu holte einer von uns ein großes Glas eisgekühltes Wasser. Wir schienen die einzigen zu sein mit Wasser, denn um uns herum wurde gebechert, was die Bordkarte hergab. In Anlehnung an den Song "Standing (sitting) at the corner, watching all the girls go by" hatte ich genug zu sehen, nur dass die girls fast alle weit über 60 waren. Essen und trinken, das scheint für viele Passagiere der Hauptgrund der Reise zu sein. Wenn das Mittagsbuffet im Windjammer-Café um 12.00 Uhr geöffnet wird, dann kratzen die ersten, vor allem die Triple XL-Leute, schon vorher an der Tür. Für sie ist es ein Trainingslager. Langeweile muss man an Bord nicht haben. Heute gab es allein 52 verschiedene Aktivitäten, von der Morgengymnastik um 7.30 Uhr bis zu Top Hits mit DJ Juki von 23.00 Uhr bis 1.00 Uhr in der Viking Lounge.
Wir haben um 17.00 Uhr bei immer noch 30.0 C unsere 10 Runden auf der Piste abgespult, um wenigstens ein paar Kalorien zu verbrauchen. Das Essen ist dermaßen vielfältig und verführerisch, dass wir es wahrscheinlich nicht schaffen, in den 15 Tagen alle Leckereien zu probieren. Heute war Dresscode formal, also "Abendrobe". Unser Chefkellner im weißen Jackett, weißes Hemd, Krawatte, die anderen weißes Hemd, dunkle Hose und Weste. Vor dem Dinner waren wir noch 45 min. im "Centrum" tanzen. Um uns herum Paare (alles Alte!), die vorzüglich tanzen konnten. Dagegen waren wir Stümper. Deshalb machten wir um 20.00 Uhr auch das, was wir besser konnten, nämlich Abendbrot essen. Wir "begnügten" uns heute mit Lammkeule. Über Nacht erreichen wir die nächste Zeitzone, Uhr eine Stunde zurück stellen.


25.3.  Tag 8 an Bord, Halbzeit. Sonnenaufgang um 6.00 Uhr (Zeitumstellung!). Zeit zum Aufstehen, wir waren in Puntarenas, Costa Rica. 7.15 Uhr Treffen am Ausgang zur Excursion. Es standen 25 verschiedene Ausflüge zur Wahl von 3 bis 6 Stunden Dauer. Wir waren ca. 50 Leute für die gleiche Tour. 30 min. Busfahrt zum Haltepunkt einer uralten Eisenbahn. 1910 bis 1920 gebaut von der West- zur Ostküste. Beim Erdbeben in den 90er Jahren teilweise sogar total verschüttet und nicht wieder freigelegt. Betrieb eingestellt. Ab 2000 eine Teilstrecke von ca. 70 min. Fahrtzeit nur für den Tourismus wieder zugängig gemacht. 2 Loks, 2 Wagen, Schienen abenteuerlich, aber trotzdem hat die Fahrt durch die Felder von Mangobäumen, Melonen und kleinen Siedlungen Spaß gemacht.

 Danach wieder Busfahrt zum Tarcoles River zu einer Bootstour. Der Fluss soll die größte Krokodilpopulation von Südamerika haben. Einige dieser Gattung konnten wir dann auch tatsächlich bestaunen, zusätzlich noch etliche uns unbekannte Vögel. Danach Imbiss: frische Ananas, Melone, Säfte und Kaffee. 45 min. Busfahrt zurück zum Schiff, wo wir um 13.00 Uhr eintrafen. Morgens war das Wetter noch erträglich, bis Mittag war das Thermometer au 37.0 Grad gestiegen. UV-Index extrem. Mittagessen, wir hatten wieder in Qual der Wahl. Danach Siesta auf dem Pooldeck, Whirlpool und Innenpool (only over 18!). Im Whirlpool lernten wir einen Kanadier mit seinen zwei Töchtern kennen, die ihren Eltern die Kreuzfahrt als Geschenk zur Goldenen Hochzeit gemacht hatten. Später einen Südafrikaner, der uns viel über die Verhältnisse in seinem Land erzählte, nicht sehr erfreulich. 17.50 Uhr Sonnenuntergang, 15 min. später war es dunkel. Wir wollten noch etwas für die Figur tun und drehten trotz der immer noch 30.0 C unsere 10 Runden auf Deck 10. Zum Abendbrot trotz aller verführerischen Dinge nur einen Salatteller- wir können nicht mehr!! Abendausklang im Zentrum bis 22.30 Uhr bei Livemusik von "Hot Sands".


23.3.     6. Tag. Ankunft um 6.00 Uhr am Kanal. Als wir uns um 6.15 Uhr oben an die Reling stellen wollten, waren wohl schon 1000 Leute vor uns da. Wir hatten Mühe, noch einen einigermaßen guten Platz zum Filmen und Fotografieren zu finden. 35 C im Schatten, in der Sonne hielt man es nicht lange aus. Barfuß auf dem Deck gehen ging nicht, zu heiß. Wir passierten die 3 Schleusensysteme und waren von der Technik und der Präzisionsarbeit der Passagen total beeindruckt. Zwischen der Bord- und der Kanalwand lagen vielleicht 40 cm auf jeder Seite!!! Für die 80 km Kanallänge brauchten wir 11 Stunden. Zwischen den Schleusen haben wir uns immer im Schatten aufgehalten, aber in den Film- und Fotounterbrechungen haben wir trotz Mütze und Hemd zu viel Sonne abbekommen, Beine und Nacken verbrannt. Obwohl es zeitweilig bedeckt war, die enorme Hitze blieb. Um 17.00 Uhr waren wir im Pazifik. Von der Backbordseite aus sahen wir die Skyline von Panama-City. Annette drehte noch ihre 10 Runden auf der Piste, ich zog es vor, im Liegestuhl auf das Meer zu schauen und der Reggae-Musik von "Hot Sands" zu lauschen. Beim Abendbrot langes Gespräch mit einem Chefkellner aus Bombay und auf Französisch mit einem Kellner von Mauritius. Zu weiteren Unternehmungen waren wir zu müde.






22.3.   Tag 5. Es wurde ein brütend heißer Tag mit 33.0 C und hoher Luftfeuchtigkeit. Um 7.00 Uhr waren wir wie schon die letzten Tage auf der Piste. Es war fast schon zu warm. Um 9.00 Uhr legte unser Pott in Colon, (spanischer Name für Kolumbus), dem Eingang zum Panamakanal, an. Ab 10.00 Uhr begannen die Excursionen, 16 an der Zahl. Eine Armada von Bussen wartete schon am Kai. Wir hatten uns für eine Tour in den Regenwald und zur Besichtigung der "Gatun Locks", der größten Schleuse im Kanal entschieden. Es wurde gerade ein Kreuzfahrtschiff von 6 schweren Loks in die Schleuse gezogen. Links und rechts war kein halber Meter Platz zur Schleusenwand, eine Präzisionsarbeit. Zur Zeit wird der Kanal erweitert, damit auch die größten Containerschiffe passieren können. Weitere Angaben zum Kanal in einem Extra.
Nach 4 Stunden waren wir wieder am Schiff, verschwitzt und durstig. Nachdem wir uns erfrischt und im Windjammer Café gestärkt hatten, gingen wir nochmal von Bord, um in den naheliegenden Souvenirshops nach einem Mitbringsel zu suchen. Es wurde ein Tukan aus farbigem Stein.

Der Panamakanal (wird auch als 8. Weltwunder bezeichnet):
1881 begannen die Franzosen mit dem Bau unter Ferdinand Lesseps, nachdem der Suezkanal fertiggestellt war. Nach 20 Jahren gaben sie auf, pleite. 20 000! Arbeiter waren dem mörderischen Dschungelklima (Malaria und Gelbfieber) zum Opfer gefallen. Nach jahrelangem Baustopp übernahmen die USA den Bau und stellten ihn bis 1914 fertig, gerade rechtzeitig zu Beginn des 1. Weltkrieges. Weitere 5000 Arbeiter waren gestorben. Durch den Bau verkürzt sich der Seeweg von New York nach San Francisco von 30 000 auf 10 000 km. Seit der Eröffnung am 15.8.1914 haben fast eine Million Schiffe den Kanal durchquert. Gebühr: 50 000 bis 150 000 $ je nach Größe und Fracht. Der gesamte Warenverkehr mit China, Japan und Korea zur amerikanischen Ostküste läuft durch den Kanal. Aber eben nur fast, denn für die neuen riesigen Containerschiffe ist der Kanal zu eng. Seit 2006 wird an der Erweiterung gearbeitet. Beteiligt sind neben Panama Belgien, Italien und Spanien. 


Der Kanal ist 81 km lang und hat 3 Schleusensysteme, genannt Locks. Die drei Kammern der Gatun Locks überwinden die 26 Höhenmeter und münden in den Gatunsee, ein riesiger künstlicher Stausee. Größe der Kammern: L 305 m, B 33,5 m, T 26 m. Erlaubte Schiffsgröße: L 295 m, B 32,3 m, T 12 m. Nach der Passage des Gatunsees (25 km) senken die 2 Kammern der Pedro-Miguel Schleusen, später 2 Kammern der Miraflores Schleusen die Schiffe auf das Niveau des Pazifik herab. 8000 Leute beschäftigt die Kanalgesellschaft, 7000 neue Arbeitsplätze kommen mit der Erweiterung hinzu, dazu kommen noch 35 000 indirekte Arbeitsplätze. Die Erweiterung (L 427 m, B 55 m) soll 2014 zum hundertjährigen Jubiläum abgeschlossen sein. Kosten: 5 - 6 Milliarden $.

21.3.   Tag 4. Das Anlanden um 6.30 Uhr in Cartagena (Kolumbien) haben wir gerade noch so vom Bett aus mitgekriegt. Um 7.00 Uhr waren wir schon auf der Piste, wo uns ein lauwarmer Wind empfing. UV-Index Extrem, Temperatur: 32 C. In die Sonne konnten wir heute nicht gehen, leichter Sonnenbrand von gestern. An Bord war heute kein Betrieb, die meisten Leute hatten Landausflüge gebucht. So mussten wir uns Pool und Whirlpool nur mit einer Handvoll Leute teilen. Ein paar Worte zum Zahlungsverkehr an Bord. Er ist absolut bargeldlos. Einziges Zahlungsmittel ist die Bordkarte, die gleichzeitig der Bordausweis ist. Alles was man kauft kommt aufs Bordkonto, z.B. in den Shops, im Photozentrum, die alkoholischen Getränke, auch spezielle Gerichte, die nicht "inklusiv" sind wie Hummer, Langusten usw. Trinkgelder gibt man nicht, denn bei der Buchung bezahlt man den Service quasi im Voraus, 9 € pro Tag. Das ist sehr gerecht, denn der Betrag wird unter dem gesamten Personal aufgeteilt. So kommen auch die, die nie mit Passagieren in Berührung kommen (Küche, Wäscherei, Maschinenraum, Handwerker usw.), zu ihrem Bonus. Es bleibt natürlich jedem Passagier überlassen, z.B. dem Kabinenservice ein Extra zu geben oder eine Summe dem Gesamtbetrag hinzuzufügen (per Bordkarte). Diese Bordkarte verführt natürlich wie jede Scheckkarte. Der Schreck kommt mit der Endabrechnung.
Wir wundern uns, was für Alkohol konsumiert wird. Das geht morgens los mit Bier, Cocktails, Wein usw. Jeden Tag gibt es ein sogenanntes Tagesgetränk, und das geht weg wie warme Semmeln. Heute war es ein Sangria-Cocktail. Wir haben den ganzen Tag relaxed. So gegen 13.00 Uhr kamen die Ausflügler zurück. Die Sehenswürdigkeiten waren sicher rappelvoll, denn neben uns lagen noch weitere Kreuzfahrtschiffe am Kai, die "Coral Prinzess" und "Carnival Miracle". Um 14.30 Uhr hieß es Leinen los, und mit dem ohrenbetörenden Hupen verließen wir den kolumbianischen Hafen. Die Band "Hot Sands" machte wieder Musik auf dem Pooldeck. Vier klasse Musiker, zwei von Barbados, einer von Grenada und von Saint Vinzent. Leider haben die vier noch keine CD aufgenommen. Sonst ist nichts Besonderes weiter zu berichten. Wir hatten noch ein langes Gespräch mit einer Lady, die die ganze Welt bereist hat und auch Europa gut kannte.



       


19.3.   Tag 2 an Bord. Was für ein Tag! Wie gemalt. Sonnenaufgang 7.10 Uhr, Untergang 19.20 Uhr, aalglatte See, keine Wolke am Himmel. Annette ist rauf auf Deck 10 zur Joggingstrecke und hat 10 Runden = 4 km gedreht. Ich fange morgen an! Frühstück ganz vorn am Fenster mit Blick auf das Meer - herrlich. Danach haben wir erst einmal das Schiff erkundet. Ab Mittag Live Music der Band "Hot Sands", klasse Country - und Reggae-Music. Wir saßen im Schatten und haben die Leute beobachtet, die Alten, die kaum krauchen können, die Dicken, die sich über’ s Deck "wälzen", die Fitten, die auf der Laufstrecke rennen, die Bekloppten, die sich - frisch gekalkt - stundenlang in die Sonne "brezeln" bei UV-Strahlung 10 (high). Der Fahrtwind kühlt zwar, aber die Einstrahlung bleibt. Die Zusammensetzung der Passagiere (2000) schätze ich ungefähr so ein: 5% unter 20, 10% zwischen 20 - 60 Jahre, 85% älter bis uralt. Böse Zungen könnten sagen, dass einige sich auf der Fahrt zur Seebestattung befinden. Ab 16.30 Uhr haben wir auch ein Sonnenbad genommen. Annette ist dann noch 45 min. in den Fitnessraum gegangen, um die ganzen "Foltergeräte" auszuprobieren. Dort war Hochbetrieb. Dann hieß es sich "fein" machen zur "Captain's Welcome Aboard Reception" im Centrum, das sich über Deck 4, 5, 6 und 7 erstreckt. Die Dicken vom Pooldeck sahen in ihrer Abendrobe jetzt ganz anders aus. Der Captain ist ein relativ junger Mann, Kroate, der aber nur den eigentlichen Captain, eine Dänin, vertritt. Sie gehört zu den weltweit 3 weiblichen Captains auf einem Kreuzfahrtschiff und ist z.Z. auf Urlaub. Viel Hintergrundwissen erfahren wir von unserem Cheese-man, einem jungen Jamaikaner. Als wir ihn heute am Mittagsbuffet sahen und nicht gleich wussten, wo wir ihn "hinstecken" sollten, sagte er: "I'm the cheese-man from yesterday evening". Zurück zum Captain. 30 min. stand der arme Kerl da und ließ sich mit Ladies fotografieren. Dann hielt er die Begrüßungsrede, die aber in der undisziplinierten Menge unterging. Wir verstanden nichts und gingen zum Dinner ins Windjammer-Café. Da war wie immer "casual" angesagt, also legere Kleidung. In dem Hauptrestaurant war der dresscode "formal", d.h. Abendkleid und Anzug mit Krawatte vorgeschrieben. Ein sehr schöner Tag ging zu Ende. 

20.3.   Tag 3 an Bord. Um 7.00 Uhr waren wir schon auf der Piste, 10 Runden = 4 km gedreht. Bis auf zwei Läufer (einer davon Annette) alles Walker. Das Meer ist heute leicht bewegt. Wetterreport: sonnig, UV-Strahlung 11 (very high), 29 C. Die Information an Bord ist ausgezeichnet. Jeden Abend erhält jede Kabine die Bordzeitung (5 - 6 Seiten) mit allen Aktivitäten von 6.00 Uhr bis 2.00 Uhr in der Nacht. Wassergymnastik, Klettern, Bridge, Bingo, Seminare über Gemälde, Gesundheit usw. Dazu gibt es interessante Vorträge, leider alle in Englisch. Und dann natürlich jede Menge über Beauty, Kosmetik, Massagen, Akkupunktur und Anti-Aging-Programme, obwohl sich das für die meisten nicht mehr lohnt. An der Rezeption habe ich erfragt, woher die Passagiere kommen. Ergebnis: 400 Kanadier, 39 Deutsche, 10 Franzosen, 4 Russen, 2 Schweizer, 2 Ungarn, einige Japaner, über 100 Engländer und Mexikaner, der Rest (d.h. ca. 1550) US-Bürger. Die Sonne brannte auf das Deck, wir blieben im Schatten. Die Band "Hot Sands" machte wieder klasse Musik. Um 13.45 Uhr war auf dem Pooldeck die "World's Sexiest Man Competition" angesagt. "Ich mache da mit", sagte ich zu Annette. Sie dachte, ich mache Quatsch. Als sie dann sah, dass ich in der Reihe der Aspiranten stand, lachte sie sich kaputt. Ringsherum johlte die Menge über die mehr oder weniger gelungenen Vorführungen der 10 Teilnehmer. Unter den Amis und Kanadiern war ich der Exot. Schon bei der Ankündigung "Günter from Germany" gab es viel Beifall, dabei hatte ich noch gar nichts gemacht. Die Jury bestand aus 6 Frauen aus dem Publikum.    Dann die Preisverleihung:    


 Sexiest Man of the World - Günter from Germany. Ich hätte mich auch kaputt lachen können wie Annette. Fotos wurden gemacht, das Bordfernsehen drehte die ganze Zeit mit. Irgendwann werde ich mich im Bord-TV sehen. Siegerpreis: 5 Handtücher mit dem Aufdruck: Sexiest Man of the World. Ja, so kann's einem gehen. Neben dem Lustigen noch etwas Trauriges. Als wir auf der Liege lagen, hörten wir Deutsche neben uns. Ein älterer Mann schob seine Frau in einem Rollstuhl heran. Sie wollten sich neben uns niederlassen. Der Mann selbst war gehbehindert, an der Treppe zog er sich mit beiden Händen am Geländer hoch. Außerdem hatte er nur ein Auge. Die Frau saß wie ein Häufchen Unglück völlig hilflos im Rollstuhl. Ich habe ihm geholfen, sie auf die Liege zu legen, allein hätte er es wohl nicht geschafft. Da gehört schon Mut dazu, auf eine so lange Kreuzfahrt zu gehen. Uns hat das etwas betroffen gemacht. Um 17.00 Uhr ab ins Fitnessstudio für eine halbe Stunde und dann zum Dinner, heute mal ins Aquarius-Restaurant. Was für ein riesiges Restaurant!! Einige hundert Plätze, Gedecks vom Feinsten. Wir waren 10 Personen am Tisch. Als die Tischnachbarn uns sprechen hörten: "Were are you from?" und los ging's mit dem Kauderwelsch. Immer interessant, wo die Leute schon überall waren. Larry und Nancy aus Phoenix waren erstaunt, dass wir viel mehr Nationalparks in den USA kannten als sie. Aber dafür waren sie schon in München und Oberammergau, wo wir noch nicht waren. Nach dem Abendbrot - Hauptgericht Lammkottelets - zum Tanzen im Zentrum zur Musik vom "City Lights Trio". Das letzte Mal haben wir zusammen getanzt auf unserer Marokkoreise 1999 in Agadir!! Aber wir konnten es noch.



          Kapitel 2:  Die Kreuzfahrt.


18.3.   Heute soll’s nun losgehen! Wir waren schon vor 8.00 Uhr beim Frühstück, das Gewühl war noch nicht so groß. Danach Koffer packen. Gestern haben wir noch ein Bordcase für Annette gekauft, das Packen war nun etwas einfacher. Um 10.00 Uhr gesellten wir uns zu der Menge in der Lobby, die auf den Shuttle wartete. 10.30 Uhr Abfahrt zum Everglade Port. 20 min. brauchte der Bus, d.h., der nette Autovermieter hatte recht, als er sagte, zum Hafen könne man nicht zu Fuß gehen. Kein Seitenstreifen, kein Bürgersteig, es geht einfach nicht. Erste Kontrolle am Hafeneingang, überall Security, alles ist 100% durchorganisiert. Große Koffer mit Namen und Kabinennummer stehen lassen, mit Handgepäck weiter, 500 oder 800 Leute im Gänsemarsch. Sicherheitskontrolle wie auf dem Flughafen, Handgepäck wird durchleuchtet, Foto von jedem Passagier. Dann ging's endlich an Bord. Die "Vision of the Seas" ist zwar mit 2000 Passagieren und 900 Mann Besatzung eines der "kleineren" Schiffe, für uns aber immer noch riesig. 11 Decks, 4 Restaurants, 2 große Pools, 4 Whirlpools, Kletterwand, Joggingstrecke (2 1/2 Runden = 1 km), Fitnessraum, usw. Um 1.00 Uhr waren dann die Kabinen zu beziehen, gut und zweckmäßig eingerichtet. Das Personal ist überaus freundlich und hilfsbereit, die Frauen und Männer kommen aus 63 verschiedenen Ländern, Bordsprache ist Englisch. Hygiene wird sehr groß geschrieben. Die Handläufe und Geländer werden ständig desinfiziert. Vor den Restaurants achten Stewarts darauf, dass man sich die Hände desinfiziert. Die Angst vor einer Virusausbreitung ist groß!  17.00 Uhr Auslaufen mit drei markdurchdringenden Huptönen. Der Himmel "weint", es fängt an zu nieseln. 

18.00 Uhr Abendbrot im "Windjammer" Restaurant, Deck 9. Eigentlich haben wir für die Abende im Hauptrestaurant einen nummerierten Tisch, wo man bedient wird, außerdem sitzt man immer mit denselben Leuten am Tisch. Als wir aber auf Deck 9 das Buffet gesehen haben, war unsere Entscheidung klar: Selbstbedienung. Das Angebot ist wie befürchtet!!! Es gibt nichts, was es nicht gibt. Mal sehen, wie weit die Beherrschung reicht. Wir sind lange sitzen geblieben und haben uns mit dem Personal unterhalten. Eine junge Bedienung kommt aus Mauritius und spricht Französisch, zwei andere aus Kolumbien und Indien. Wir haben sie nach ihren Arbeitszeiten gefragt: 14-15 Stunden 7 Tage die Woche. Ein Knochenjob, und immer lächeln, selbst bei großkotzigen Gästen. Um 21.00 Uhr Licht aus.








Sonntag, 17. März 2013

USA-Reise 2013

                  Kreuzfahrt von Fort Lauderdale durch den Panamakanal nach San Diego.

Kapitel 1: Dreimal Glück gehabt. 

14.3.  Es war wieder eine Reise der besonderen Art. Mit dem Kofferpacken fing es an. 15 Tage Kreuzfahrt und 18 Tage PKW-Rundfahrt und nur 23 Kilo Freigepäck plus Handgepäck, wie soll man die ganzen Klamotten in die Koffer kriegen? Zum Bordcase noch einen Rucksack in der Hoffnung, dass nicht so genau kontrolliert wird! André brachte uns wie immer nach Figari (15 Grad) in Paris - 4 Grad. Auf dem Rollfeld lagen noch die letzten Schneereste. Zwei Tage früher, und nichts wäre gegangen. Wie in Frankfurt, so sind auch in Paris 2 Tage lang die meisten Flüge annulliert worden. 1. Mal Glück gehabt.

15.3.   5.00 Uhr aufstehen, 6.00 Uhr Orly West zum Flug nach London Heathrow. Wir saßen schon in der Maschine, die nur zur Hälfte besetzt war, da fragte ich Annette, wo sie den Fotoapparat habe. Sie hatte ihn nicht, - liegen gelassen - Zwei Möglichkeiten: entweder bei oder nach der Sicherheitskontrolle oder auf einem Sitz vor dem Boarding Gate. Einer von uns wollte zurück laufen, aber man ließ uns nicht wieder aus der Maschine. Ein Angestellter vom Bodenpersonal erklärte sich bereit, nachzuforschen. Nach einer Weile kam die Frau vom Boarding Desk, der Apparat läge bei der Sicherheitskontrolle, man hätte ihr ihn aber nicht übergeben, der Besitzer müsse ihn genau identifizieren. Der Kabinenchef musste erst den Flugkapitän fragen, ob Annette noch mal weg dürfe, denn wenn die Startfreigabe erfolge, würden die Türen sofort geschlossen. Der Kapitän nickte und Annette flitzte los und kam mit dem Fotoapparat zurück.  2. Mal Glück gehabt. Abflug 45 Minuten verspätet, der Flugplan war wohl noch durcheinander. Heathrow ist so groß wie eine Stadt, 5 Terminals. Von T 5 zum T 3 brauchte der Shuttle-Bus ca. 20 min., dann nochmal eine Weile zu Fuß bis zum Abfluggate. Es ist der größte Flughafen Europas. Um die Koffer bräuchten wir uns nicht zu kümmern, die gingen bis Fort Lauderdale durch, sagte der Angestellte von British Airways, die für American Airlines den Zubringer nach London durchführen. So stand es auch auf den Kofferanhängern. Denkste, aber nicht in den USA. Am ersten Flughafen auf amerikanischem Boden muss jeder sein Gepäck holen und dann zum Weiterflug wieder aufgeben. Flugzeit 7 1/2 Stunden, es gab viel zu essen und zu trinken. Die Passkontrolle wie üblich mit Fingerabdrücken und Foto, nervig und langwierig, aber nicht zu ändern. Endlich durch und ab zum Gepäckband. Annettes Koffer stand schon neben dem Band, das nicht mehr lief, mein Koffer fehlte. Reklamation "at the final destination!" Eine junge Frau aus Hannover und ein Ehepaar aus Düsseldorf suchten ebenfalls vergebens. Sie waren verspätet von Hannover angekommen, die Maschinen in Deutschland mussten erst enteist werden. Das Gepäck hatte es dann nicht mehr bis zur Anschlussmaschine geschafft. Die Kreuzfahrt des Ehepaares begann am nächsten Tag! In Fort Lauderdale angekommen - Annettes Koffer auch - sofort zum "Gepäck Office". Die Angestellte tippte alles Mögliche in ihren Computer ein und sagte dann: Ihr Koffer ist in London hängen geblieben, er kommt entweder heute Nacht oder morgen früh und wird Ihnen ins Hotel geliefert." "Plumps" machte der Stein! Nicht auszudenken, wenn der Koffer verschwunden wäre und ich am Montag mit dem, was ich anhatte, auf Kreuzfahrt hätte gehen müssen.

16.3.  Aber noch vor dem Frühstück konnte ich den Koffer von der Rezeption abholen, wo ca. noch 10 andere standen, die AA in der Nacht oder frühmorgens geliefert hatte.
Frühstück am Swimmingpool unter lauter Rentnern. Die zwei großen Hotels nebeneinander sind fast nur von Kreuzfahrern belegt. Allein heute (Samstag) gehen aus den beiden Häusern 1400 Personen auf Kreuzfahrt. Fort Lauderdale ist der größte Kreuzfahrthafen der USA. Unser Hotel liegt laut Karte nur einen Steinwurf vom Hafen entfernt. Wir wollten uns die Beine vertreten, und so fragte ich den Autovermieter an der Rezeption, wie lange man bis zum Wasser (Strandpromenade) bräuchte. "15 min.", sagte er, "mit dem Auto! Zu Fuß ein paar Stunden, aber das macht keiner". Er sprach gut Deutsch und kannte sich in Niedersachsen aus. Ohne Auto läuft in den USA eben nichts. Alles ist XXL, die Distanzen, viele Leute, die Autos, die Malls und auch die Pizza. Eine Querstraße hinter unserem Hotel befindet sich so eine Mall (Einkaufszentrum). 4 Stunden haben wir gebraucht, bis wir "durch" waren, und ohne etwas zu kaufen geht es natürlich nicht. Annette meinte, dass sie dies oder jenes auf dem Schiff doch gebrauchen könnte. Ich bekam auch ein Aftershave-Balsam!
Den späten Nachmittag verbrachten wir dann am Pool bei herrlichem Wetter.

17.3.   Eigentlich wollten wir heute Vormittag zum Hafen mit einem Shuttle hin und mit einem anderen zurück zum Hotel fahren. Aber daraus wurde nichts. In den Kreuzfahrthafen kommt man nur mit den Bordkarten für den jeweiligen Tag. Es sind enorme Sicherheitsbestimmungen. Um Mittag vor unserem Hotel ein unbeschreibliches Gewühl von Rentnermassen, Hunderte von Koffern, omnibusgroße Shuttle mit Anhängern. Ich fragte an der Rezeption, welches Schiff heute den Hafen von Fort Lauderdale verlasse. Sie lachte und fragte, welches Schiff ich denn meine von den acht! die heute ablegen. Wahnsinn! Also machten wir nochmal einen Bummel durch die Mall, wo alle Geschäfte auch am Sonntag ab 9.00 Uhr geöffnet sind.