Kapitel 1: Dreimal Glück gehabt.
14.3. Es war wieder eine Reise der besonderen Art. Mit dem Kofferpacken fing es an. 15 Tage Kreuzfahrt und 18 Tage PKW-Rundfahrt und nur 23 Kilo Freigepäck plus Handgepäck, wie soll man die ganzen Klamotten in die Koffer kriegen? Zum Bordcase noch einen Rucksack in der Hoffnung, dass nicht so genau kontrolliert wird! André brachte uns wie immer nach Figari (15 Grad) in Paris - 4 Grad. Auf dem Rollfeld lagen noch die letzten Schneereste. Zwei Tage früher, und nichts wäre gegangen. Wie in Frankfurt, so sind auch in Paris 2 Tage lang die meisten Flüge annulliert worden. 1. Mal Glück gehabt.
15.3. 5.00
Uhr aufstehen, 6.00 Uhr Orly West zum Flug nach London Heathrow. Wir saßen
schon in der Maschine, die nur zur Hälfte besetzt war, da fragte ich Annette,
wo sie den Fotoapparat habe. Sie hatte ihn nicht, - liegen gelassen - Zwei
Möglichkeiten: entweder bei oder nach der Sicherheitskontrolle oder auf einem
Sitz vor dem Boarding Gate. Einer von uns wollte zurück laufen, aber man ließ
uns nicht wieder aus der Maschine. Ein Angestellter vom Bodenpersonal erklärte
sich bereit, nachzuforschen. Nach einer Weile kam die Frau vom Boarding Desk,
der Apparat läge bei der Sicherheitskontrolle, man hätte ihr ihn aber nicht
übergeben, der Besitzer müsse ihn genau identifizieren. Der Kabinenchef musste
erst den Flugkapitän fragen, ob Annette noch mal weg dürfe, denn wenn die
Startfreigabe erfolge, würden die Türen sofort geschlossen. Der Kapitän nickte
und Annette flitzte los und kam mit dem Fotoapparat zurück. 2. Mal Glück gehabt. Abflug 45 Minuten
verspätet, der Flugplan war wohl noch durcheinander. Heathrow ist so groß wie
eine Stadt, 5 Terminals. Von T 5 zum T 3 brauchte der Shuttle-Bus ca. 20 min.,
dann nochmal eine Weile zu Fuß bis zum Abfluggate. Es ist der größte Flughafen
Europas. Um die Koffer bräuchten wir uns nicht zu kümmern, die gingen bis Fort
Lauderdale durch, sagte der Angestellte von British Airways, die für American
Airlines den Zubringer nach London durchführen. So stand es auch auf den
Kofferanhängern. Denkste, aber nicht in den USA. Am ersten Flughafen auf
amerikanischem Boden muss jeder sein Gepäck holen und dann zum Weiterflug
wieder aufgeben. Flugzeit 7 1/2 Stunden, es gab viel zu essen und zu trinken.
Die Passkontrolle wie üblich mit Fingerabdrücken und Foto, nervig und
langwierig, aber nicht zu ändern. Endlich durch und ab zum Gepäckband. Annettes
Koffer stand schon neben dem Band, das nicht mehr lief, mein Koffer fehlte. Reklamation
"at the final destination!" Eine junge Frau aus Hannover und ein
Ehepaar aus Düsseldorf suchten ebenfalls vergebens. Sie waren verspätet von
Hannover angekommen, die Maschinen in Deutschland mussten erst enteist werden.
Das Gepäck hatte es dann nicht mehr bis zur Anschlussmaschine geschafft. Die
Kreuzfahrt des Ehepaares begann am nächsten Tag! In Fort Lauderdale angekommen
- Annettes Koffer auch - sofort zum "Gepäck Office". Die Angestellte
tippte alles Mögliche in ihren Computer ein und sagte dann: Ihr Koffer ist in
London hängen geblieben, er kommt entweder heute Nacht oder morgen früh und
wird Ihnen ins Hotel geliefert." "Plumps" machte der Stein!
Nicht auszudenken, wenn der Koffer verschwunden wäre und ich am Montag mit dem,
was ich anhatte, auf Kreuzfahrt hätte gehen müssen.
16.3. Aber
noch vor dem Frühstück konnte ich den Koffer von der Rezeption abholen, wo ca.
noch 10 andere standen, die AA in der Nacht oder frühmorgens geliefert hatte.
Frühstück am Swimmingpool unter lauter
Rentnern. Die zwei großen Hotels nebeneinander sind fast nur von Kreuzfahrern
belegt. Allein heute (Samstag) gehen aus den beiden Häusern 1400 Personen auf
Kreuzfahrt. Fort Lauderdale ist der größte Kreuzfahrthafen der USA. Unser Hotel
liegt laut Karte nur einen Steinwurf vom Hafen entfernt. Wir wollten uns die
Beine vertreten, und so fragte ich den Autovermieter an der Rezeption, wie
lange man bis zum Wasser (Strandpromenade) bräuchte. "15 min.", sagte
er, "mit dem Auto! Zu Fuß ein paar Stunden, aber das macht keiner".
Er sprach gut Deutsch und kannte sich in Niedersachsen aus. Ohne Auto läuft in
den USA eben nichts. Alles ist XXL, die Distanzen, viele Leute, die Autos, die
Malls und auch die Pizza. Eine Querstraße hinter unserem Hotel befindet sich so
eine Mall (Einkaufszentrum). 4 Stunden haben wir gebraucht, bis wir
"durch" waren, und ohne etwas zu kaufen geht es natürlich nicht.
Annette meinte, dass sie dies oder jenes auf dem Schiff doch gebrauchen könnte.
Ich bekam auch ein Aftershave-Balsam!
Den späten Nachmittag verbrachten wir dann am
Pool bei herrlichem Wetter.
17.3.
Eigentlich wollten wir heute Vormittag zum Hafen mit einem Shuttle hin
und mit einem anderen zurück zum Hotel fahren. Aber daraus wurde nichts. In den
Kreuzfahrthafen kommt man nur mit den Bordkarten für den jeweiligen Tag. Es
sind enorme Sicherheitsbestimmungen. Um Mittag vor unserem Hotel ein
unbeschreibliches Gewühl von Rentnermassen, Hunderte von Koffern, omnibusgroße
Shuttle mit Anhängern. Ich fragte an der Rezeption, welches Schiff heute den
Hafen von Fort Lauderdale verlasse. Sie lachte und fragte, welches Schiff ich
denn meine von den acht! die heute ablegen. Wahnsinn! Also machten wir nochmal
einen Bummel durch die Mall, wo alle Geschäfte auch am Sonntag ab 9.00 Uhr
geöffnet sind.
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