Samstag, 13. April 2013


13.4.     7.00 Uhr Aufstehen, 8.00 Uhr Frühstück, 9.00 Uhr Abfahrt. Da unser Chevy vom Staubsturm, dann vom Regen und Schnee mehr als schmutzig war, gönnten wir ihm in einer Waschanlage einen touchless-wash für 5$. In 5 min. war der Wagen blitzsauber. Dann hieß es: go west! Zunächst über die Glen Canyon Bridge auf dem Highway 89. Nach 6 Meilen passierten wir die Grenze von Utah. Ein freundlicher Hotelnachbar und Hiker gab uns den Tipp, am Milemarker 19 auf dem kleinen Parkplatz einen Stopp einzulegen. Von dort führt ein Trail ca. 1,5 km lang zu unglaublich markanten Felsformationen, den "Toadstools" (Giftpilze). Schon der Weg war interessant zwischen ausgewaschenen Felsmauern, die einmal braun, dann gelb, dann weiß waren. Es waren nur 35 Höhenmeter zu überwinden und dann standen wir vor diesen "Gebilden". Der größte Pilz war ein ca. 8 m hoher Kegel mit einem riesigen Felsklotz als Hut obendrauf. Laut Prospekt ist dieser "Toadstool" das meistfotografierte Objekt im südlichen Utah. Wir machten Aufnahmen mit allem, was wir dabei hatten: mit Tablet, Kamera und Filmkamera. Einfach eine tolle, fast unwirkliche Landschaft, die die Natur hier geschaffen hat. Mit uns waren nur noch eine Handvoll Hiker unterwegs, nicht rappelvoll wie die Antelope Canyons und dazu noch kostenlos. 



Weiter auf der 89 nach Kanab, der erste Ort nach 75 Meilen. Mittagspause mit Cheesecake, Kaffee und frozen jogurt. Zwei Möglichkeiten gab es, nach Hurricane, unserem Tagesziel, zu fahren. Einmal über den Mount Carmel und Zion National Park oder durch das Reservat der Paiute Indianer über Colorado City. Wir waren schon in Carmel, als wir lasen, dass allein die Durchfahrt durch den Zion Nat. Park 25$ kosten soll. Vor 10 Jahren waren wir schon einmal hier, da kostete die Durchfahrt nichts. Also zurück nach Kanab und durch das Reservat nach Hurricane. Uhr eine Stunde vorstellen, Mountaintime. Wetterbericht: morgens 15 C, hohe Bewölkung, mittags 21 C, teilweise sonnig, 18.00 Uhr in Hurricane: sonnig bei 27 C und sehr warmem Wind. 

Freitag, 12. April 2013



12.4.      3. Tag in Page, es gibt immer noch viel zu sehen. Noch ein "Ereignis" von gestern. Wir hatten beide einen Haarschnitt nötig. Also hin zum "Barber". Großer Salon, 4 Angestellte, keine Kundschaft um die Mittagszeit. "Mein" junger Friseur verpasste mir einen Haarschnitt, den ich zum letzten Mal vor 70 Jahren hatte, als ich beim Jungvolk war! Erwähnenswert noch der Preis: 29$ = 22€ für uns beide! In Porto Vecchio bezahlen wir jedes Mal 58€.
Gestern war es bis zum späten Nachmittag bewölkt, heute volle Sonne. Wir entschieden uns dafür, auch den "Lower Antelope Canyon" anzusehen, gestern war es der "Upper Antelope Canyon". Auch hier geht es nur mit einem Führer, Navajo natürlich. Der Grund: 2007 sind in diesem Canyon 10 Personen ertrunken, 8 Franzosen, 1 Schwede, 1 Amerikaner laut Gedenktafel. Ein Gewitter mit Starkregen hatte regelrecht eine Flutwelle in den Canyon gespült, es gab kein Entkommen. 




Der Canyon gestern war eng, der heutige "hauteng". Schon der Einstieg war abenteuerlich, triple X Leute hätten nicht durch den Spalt gepasst. 90 Minuten ging es auf und ab, z.T. auf Leitern, durch die tollsten Sandsteinformationen. Wenn von oben Licht einfiel, dann erschienen einige Felspartien in Regenbogenfarben. Einfach ein Naturwunder, diese Antelope Canyons. In früheren Jahrhunderten lebten zahlreiche Antilopen im Gebiet der Canyons, daher der Name. Wir waren, genau wie alle anderen Personen unserer Gruppe, begeistert und beeindruckt von diesem Naturschauspiel!





Da wir mit den gestrigen Fotos vom "Horseshoe Bend" nicht zufrieden waren, vielleicht lag's am Licht, haben wir am Nachmittag die 6-Meilen-Tour nochmal gemacht. Die Sonne stand höher als gestern, und so wurden auch die Fotos besser. Kurz vor 19.00 Uhr noch einen Abendspaziergang, um die Sonne hinter dem Grand Canyon-Rand verschwinden zu sehen.


Donnerstag, 11. April 2013

11.4.      Zweiter Tag in Page, die eine sehr junge Stadt ist. Sie entstand mit dem Bau des "Glen Canyon Dam", der den Colorado zum Lake Powell aufstaut. 1956 begann man mit dem Bau des Dammes, und 1966 wurde er von der Präsidentengattin Johnson eingeweiht. 1954 wurde die Glen Canyon Bridge fertiggestellt, die unterhalb des Dammes den Canyon überspannt und 200 Meilen Umweg erspart. Ganze 17 Jahre dauerte es, bis der Lake Powell bis zur gewünschten Größe aufgestaut war. Heute ist er ein Paradies für Wassersportler aller Art, vom Kajak bis zum Hausboot. Page selbst ist eine kompakte Stadt oberhalb von Damm und Brücke. 1979 noch 4000 Einwohner, so hat sie heute das Doppelte. 3 Millionen Touristen kommen jährlich. Bootsleute, Hiker, Radfahrer, Fotografen, Künstler oder einfach nur sightseers so wie wir, um die Attraktionen rund um Page zu besuchen. Absolute Nr. 1 ist der Antelope Canyon. Beschreiben kann man ihn nicht, man muss ihn erlebt haben. Man wandert durch eine Zauberwelt geschaffen von Wind und Wasser. Auf rotem Sand auf engen Wegen, links und rechts die 50 m hohen Sandsteinwände in den unterschiedlichsten 



Farben. Bis 1999 war der Canyon öffentlich zugänglich. Seit dieser Zeit aber wird er von den Navajos verwaltet. Jetzt gibt es nur geführte Touren mit kleinen Gruppen von 10 Personen. Der Grund für die Restriktionen leuchtet ein. Vorher hatten die Touristen den Canyon durch Eingraphierungen und andere Unsitten den Gesamteindruck verschandelt. Andererseits muss man sagen, dass die Navajos sich die Erhaltung und Besichtigung gut bezahlen lassen. 35$ (oder mehr) kostet eine 1,5- stündige Tour zum und durch den Canyon. Von den 7 Abfahrtszeiten entschieden wir uns 9.30 Uhr, mit uns waren ca. 60 Personen "auf Achse".
Nach der Besichtigung von Brücke und Damm fuhren wir zu einer anderen Attraktion, der "Hufeisenkurve" des Colorado. Vom Klippenrand kann man sehen, wie der Colorado 300 m tiefer eine 270 Grad-Kurve um einen riesigen Sandsteinfelsen macht. Nichts für Nicht-Schwindel-Freie, es gibt kein Geländer, nur Warnungen haufenweise. Wir legten uns auf den Bauch, Kopf über den Klippenrand und schossen unsere Fotos. Und das Glück war mit uns, denn während es den ganzen Tag über bewölkt war, kam am Nachmittag die Sonne hervor und ließ die Wände des Canyons in den unterschiedlichsten Farben erscheinen. 

Mittwoch, 10. April 2013


09.4.     Über Nacht wurde uns ein Temperatursturz beschert. Gestern noch 28.0 C, heute Morgen 7.0 C und Regen. Eigentlich wollten wir weiter nach Norden in den "Canyon de Chelly, National Monument", da sagte der Wetterbericht
- 4 C und starken Schneefall voraus. So mussten wir unsere Route ändern. Von Miami (AZ) auf einer in Karte und Führer empfohlenen landschaftlich schönen Strecke 150 km nach Show Low. Zuerst im Gebiet der San Carlos Apachen, nach dem Salt River Canyon durch das Gebiet der White Mountain Apachen. Die White Mountains machten ihrem Namen alle Ehre. Aus Regen wurde Schnee, je höher wir kamen, umso kälter wurde es, schließlich 2 C und eine geschlossene Schneedecke. Über Nacht waren 15 cm Schnee gefallen. Es war schade, dass der Schneefall die Sicht sehr beeinträchtigte und wir die 
wirklich schöne Strecke nicht genießen konnten. In Show Low war ich in der Ortseinfahrt zu schnell und wurde geblitzt. Mal sehen, ob da was nachkommt. Nach dem Fahrerwechsel stellte Annette fest, dass im Armaturenbrett eine Lampe leuchtete: Symbol für "check engine". Kurze Zeit später sahen wir eine kleine Werkstatt mit genau diesem Symbol und den Worten: "We can help you". Wir konnten gleich in die Halle fahren. 2 Mechaniker prüften mit einem Testgerät alle Motorfunktionen, danach nochmal per Hand und Auge den gesamten Motorraum. Es war nichts festzustellen. Sie versicherten uns, dass wir beruhigt weiterfahren könnten. "Don't worry!" Ich wollte bezahlen, aber sie wollten absolut kein Geld annehmen. "Have a good day!" Der nächste Ort hieß Snowflake - Schneeflocke. Es waren aber viele Schneeflocken, die vom wolkenverhangenen Himmel fast horizontal fielen. In Holbrook trafen wir auf die Route 66, dort hatten wir im letzten Jahr auf einem KOA-RV Platz übernachtet. Wir kannten daher einen kleinen Imbiss und machten dort Mittagspause. Von Westen her wurde es heller, morgen soll der Spuk vorbei sein und die Temperaturen auf über 20 C steigen. Unser Hotel in Chambers war herrlich gelegen: auf der einen Seite in 50 m Entfernung die Interstate 10, auf der anderen Seite die Santa Fe Railroad. Na, dann gute Nacht!



10.4.      Unsere Befürchtungen, wegen der I 10 und der Railroad nicht schlafen zu können, waren umsonst. Da kein Bahnübergang in der Nähe war, gab es auch nicht das unüberhörbare Hupen der Loks. Um 7.00 Uhr Blick aus der Tür: kaum zu glauben, blauer Himmel mit ein paar vereinzelten Wolken, aber saukalt, 4 C. Was für ein Unterschied zu gestern. Im Wetterkanal konnten wir sehen, wie der Wintersturm über den mittleren Westen und Osten gezogen ist bzw. noch zieht. In Chicago z. B. sind gestern über 400 Flüge gestrichen worden. Für Nordarizona waren die Aussichten gut, und da wollten wir ja hin. Ziel: Page, die Stadt am Lake Powell, wo der Colorado aufgestaut wird. Die 191 führte schnurgerade nach Norden. Aus dem Apachenreservat kamen wir ins Gebiet der Navajo. Sie bezeichnen sich als Nation, nicht als Stamm, und zählen 170 000 Mitglieder. Ihr Reservat hat die Größe Bayerns! Der super ausgebaute Hwy. führte auf eine Hochfläche von 1500 bis 2000 m Höhe. Die Sonne stieg immer höher, die Temperatur sank immer tiefer und blieb über Stunden bei 0 C stehen. Die Landschaft änderte sich alle 50/60 km. Mal Wüste mit kniehohem Gestrüpp, mal bis zum Horizont reichendes Grasland, dann wieder eine Art Heidelandschaft mit 2-3 m hohem Wacholder. Und immer wieder links und rechts die Mesas (=Tisch), Tafelberge, in die sich tiefe Canyons hineingefressen hatten. Dann fuhren wir durch ein Mini-Monument Valley mit großen allein stehenden Felsen und Säulen, die der Verwitterung Stand gehalten haben. 

Es gab immer etwas zu sehen oder zu fotografieren. Das einzige, was wir nicht gesehen haben, waren Indianer, außer in den Supermärkten, Souvenirläden und Tankstellen. 420 km waren es bis Page, wir brauchten mit einigen Pausen 6 Stunden. Vergessen habe ich die Hopi, ein sehr selbstbewusstes Volk, das mitten im Navajogebiet lebt und bekannt ist durch ausgezeichnete kunsthandwerkliche Erzeugnisse. Nur der Vollständigkeit halber: In den USA gibt es 314 Indianerstämme, die in Reservaten leben. In Page angekommen haben wir uns erst einmal den Grund unseres Hierseins gewidmet, nämlich die Tickets für die Fahrt zum und in den Antelope Canyon gebucht. Dazu morgen. Die Temperatur war zum Schluss auf 10 C!! gestiegen.

Montag, 8. April 2013


08.4.     Um 8.00 Uhr Abfahrt von Sierra Vista. Als nächstes Ziel hatten wir den Chiricahua National Park ausgewählt. Er liegt etwas abseits nahe der Grenze zu New Mexico, und unsere Fahrt dauerte über 2 Stunden durch die Wüste mit karger Vegetation. Ab und zu sahen wir weit verstreut einige Ranchs, manchmal auch ein paar Rinder fernab jeglicher Behausung. Wie kann man hier in dieser Wüstenei siedeln und davon leben? Und dann die Apachen! Nach der mexikanischen Unabhängigkeit 1821 kamen immer mehr Siedler, die von der US-Army vor den Indianern beschützt wurden. Cochise und Geronimo führten einen jahrelangen Krieg gegen die US-Army in dem unübersichtlichen Canyon. 1886 gab Geronimo auf, die Chiricahua Apachen wurden nach Oklahoma und New Mexico in Reservate umgesiedelt.
Ein Panoramaweg von ca. 10 km Länge führt durch den Bonita Canyon mit mehreren Aussichtspunkten hinauf auf 2100 m. Viele Wanderwege durchziehen den National Park, der auch einen Campingplatz hat. Eindrucksvolle Felsformationen waren durch Wind, Wasser und Sonne entstanden, vor allen Dingen die "Balanced Rocks" , riesige Felsbrocken, die jeden Augenblick herunter zu fallen scheinen. Das kleine, aber feine Visitor Center gab alle Informationen über die Geschichte der Besiedlung, leider waren die zahlreichen Bücher und Schriften nur in Englisch. Um 12.00 Uhr Abfahrt vom National Park nach Norden. Ein Stück auf der Interstate 10, dann 200 km durch das Reservat der San Carlos Apachen. Wertloses Land, was man den Indianern überlassen hat, nicht mal Weideland, nur öde Wüste. Wir sahen auch kaum Indianer, nur in den Supermärkten in den Städten Saffort und Globe. Es wehte den ganzen Tag über ein sehr starker Wind, die Temperatur war mit 20 - 25 C angenehm, aber der Staub trübte die Sicht, von den umliegenden Gebirgszügen war teilweise nichts zu sehen. Grosse Büsche fegten über die Strasse, so wie man das aus den Westernfilmen kennt. Unser Hotel liegt in Miami, nicht Miami in New Mexico, nicht Miami in Floria, sondern Miami in Arizona. Heute kocht die Microwelle.

Sonntag, 7. April 2013


07.4.     Wir haben entschieden, noch einen Tag hier zu bleiben, um die Gegend etwas zu erkunden. Zuerst sind wir nach Bisbee gefahren, eine Stadt eingepfercht in einem Talkessel. Ende des 19. Jahrh. entdeckte man Kupfer und ein Boom setzte ein. Horden von Prospektoren und Spekulanten strömten herbei in der Hoffnung, reich zu werden. 1910 war Bisbee ein reicher Ort mit der größten Kupfermine Amerikas. Als 1975 die Mine schloss, drohte der Verfall. Aber dann entdeckten Künstler und Hippies die Stadt, danach die Tourismusbranche. Heute ist Bisbee mit 6000 E. ein Touristenort. Hauptattraktion ist das Bergwerksmuseum mit Fahrten "unter Tage". Noch mehr Touristen im Cochise County hat Tombstone aufzuweisen, die wohl bekannteste Westernstadt. Legendär ist die Schießerei 1881 zwischen Wyatt Earp und Doc Holliday mit den Outlaw Cowboys. Drei davon blieben auf der Strecke. Dieser gunfight im O.K. Corral wird an den Wochenenden für Touristen nachgespielt, ein echt amerikanisches Spektakel. Wyatt Earp bestimmt das Stadtbild: Wyatt Earp Hotel, -Restaurant, -Saloon, -Souvenirshops usw. Heute ist Sonntag, die Stadt ist von Touristen überschwemmt. Die Sonne hatte wieder kein Erbarmen, um 15.00 Uhr waren wir "gar" und machten uns im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Staub.