Sonntag, 17. März 2013

USA-Reise 2013

                  Kreuzfahrt von Fort Lauderdale durch den Panamakanal nach San Diego.

Kapitel 1: Dreimal Glück gehabt. 

14.3.  Es war wieder eine Reise der besonderen Art. Mit dem Kofferpacken fing es an. 15 Tage Kreuzfahrt und 18 Tage PKW-Rundfahrt und nur 23 Kilo Freigepäck plus Handgepäck, wie soll man die ganzen Klamotten in die Koffer kriegen? Zum Bordcase noch einen Rucksack in der Hoffnung, dass nicht so genau kontrolliert wird! André brachte uns wie immer nach Figari (15 Grad) in Paris - 4 Grad. Auf dem Rollfeld lagen noch die letzten Schneereste. Zwei Tage früher, und nichts wäre gegangen. Wie in Frankfurt, so sind auch in Paris 2 Tage lang die meisten Flüge annulliert worden. 1. Mal Glück gehabt.

15.3.   5.00 Uhr aufstehen, 6.00 Uhr Orly West zum Flug nach London Heathrow. Wir saßen schon in der Maschine, die nur zur Hälfte besetzt war, da fragte ich Annette, wo sie den Fotoapparat habe. Sie hatte ihn nicht, - liegen gelassen - Zwei Möglichkeiten: entweder bei oder nach der Sicherheitskontrolle oder auf einem Sitz vor dem Boarding Gate. Einer von uns wollte zurück laufen, aber man ließ uns nicht wieder aus der Maschine. Ein Angestellter vom Bodenpersonal erklärte sich bereit, nachzuforschen. Nach einer Weile kam die Frau vom Boarding Desk, der Apparat läge bei der Sicherheitskontrolle, man hätte ihr ihn aber nicht übergeben, der Besitzer müsse ihn genau identifizieren. Der Kabinenchef musste erst den Flugkapitän fragen, ob Annette noch mal weg dürfe, denn wenn die Startfreigabe erfolge, würden die Türen sofort geschlossen. Der Kapitän nickte und Annette flitzte los und kam mit dem Fotoapparat zurück.  2. Mal Glück gehabt. Abflug 45 Minuten verspätet, der Flugplan war wohl noch durcheinander. Heathrow ist so groß wie eine Stadt, 5 Terminals. Von T 5 zum T 3 brauchte der Shuttle-Bus ca. 20 min., dann nochmal eine Weile zu Fuß bis zum Abfluggate. Es ist der größte Flughafen Europas. Um die Koffer bräuchten wir uns nicht zu kümmern, die gingen bis Fort Lauderdale durch, sagte der Angestellte von British Airways, die für American Airlines den Zubringer nach London durchführen. So stand es auch auf den Kofferanhängern. Denkste, aber nicht in den USA. Am ersten Flughafen auf amerikanischem Boden muss jeder sein Gepäck holen und dann zum Weiterflug wieder aufgeben. Flugzeit 7 1/2 Stunden, es gab viel zu essen und zu trinken. Die Passkontrolle wie üblich mit Fingerabdrücken und Foto, nervig und langwierig, aber nicht zu ändern. Endlich durch und ab zum Gepäckband. Annettes Koffer stand schon neben dem Band, das nicht mehr lief, mein Koffer fehlte. Reklamation "at the final destination!" Eine junge Frau aus Hannover und ein Ehepaar aus Düsseldorf suchten ebenfalls vergebens. Sie waren verspätet von Hannover angekommen, die Maschinen in Deutschland mussten erst enteist werden. Das Gepäck hatte es dann nicht mehr bis zur Anschlussmaschine geschafft. Die Kreuzfahrt des Ehepaares begann am nächsten Tag! In Fort Lauderdale angekommen - Annettes Koffer auch - sofort zum "Gepäck Office". Die Angestellte tippte alles Mögliche in ihren Computer ein und sagte dann: Ihr Koffer ist in London hängen geblieben, er kommt entweder heute Nacht oder morgen früh und wird Ihnen ins Hotel geliefert." "Plumps" machte der Stein! Nicht auszudenken, wenn der Koffer verschwunden wäre und ich am Montag mit dem, was ich anhatte, auf Kreuzfahrt hätte gehen müssen.

16.3.  Aber noch vor dem Frühstück konnte ich den Koffer von der Rezeption abholen, wo ca. noch 10 andere standen, die AA in der Nacht oder frühmorgens geliefert hatte.
Frühstück am Swimmingpool unter lauter Rentnern. Die zwei großen Hotels nebeneinander sind fast nur von Kreuzfahrern belegt. Allein heute (Samstag) gehen aus den beiden Häusern 1400 Personen auf Kreuzfahrt. Fort Lauderdale ist der größte Kreuzfahrthafen der USA. Unser Hotel liegt laut Karte nur einen Steinwurf vom Hafen entfernt. Wir wollten uns die Beine vertreten, und so fragte ich den Autovermieter an der Rezeption, wie lange man bis zum Wasser (Strandpromenade) bräuchte. "15 min.", sagte er, "mit dem Auto! Zu Fuß ein paar Stunden, aber das macht keiner". Er sprach gut Deutsch und kannte sich in Niedersachsen aus. Ohne Auto läuft in den USA eben nichts. Alles ist XXL, die Distanzen, viele Leute, die Autos, die Malls und auch die Pizza. Eine Querstraße hinter unserem Hotel befindet sich so eine Mall (Einkaufszentrum). 4 Stunden haben wir gebraucht, bis wir "durch" waren, und ohne etwas zu kaufen geht es natürlich nicht. Annette meinte, dass sie dies oder jenes auf dem Schiff doch gebrauchen könnte. Ich bekam auch ein Aftershave-Balsam!
Den späten Nachmittag verbrachten wir dann am Pool bei herrlichem Wetter.

17.3.   Eigentlich wollten wir heute Vormittag zum Hafen mit einem Shuttle hin und mit einem anderen zurück zum Hotel fahren. Aber daraus wurde nichts. In den Kreuzfahrthafen kommt man nur mit den Bordkarten für den jeweiligen Tag. Es sind enorme Sicherheitsbestimmungen. Um Mittag vor unserem Hotel ein unbeschreibliches Gewühl von Rentnermassen, Hunderte von Koffern, omnibusgroße Shuttle mit Anhängern. Ich fragte an der Rezeption, welches Schiff heute den Hafen von Fort Lauderdale verlasse. Sie lachte und fragte, welches Schiff ich denn meine von den acht! die heute ablegen. Wahnsinn! Also machten wir nochmal einen Bummel durch die Mall, wo alle Geschäfte auch am Sonntag ab 9.00 Uhr geöffnet sind.