
27.3. Tag 10 an Bord. Um 7.00 Uhr legten wir am Pier von Quetzal, Guatemala, an. Von den 18 angebotenen Exkursionen hatten wir uns "Pacaya Volcano Climbing" ausgesucht. Wir waren 32 Leute im Bus. Die Acht-Stunden-Tour wurde härter, als wir gedacht hatten. Zuerst eine gute Stunde Fahrt zum Fuß des Vulkans, für den Busfahrer eine Herausforderung bei den unbefestigten, kurvenreichen Straßen. Am Pier war es warm gewesen, aber als wir am Fuß des Vulkans ankamen, waren es nur noch 16.0 C; Höhe: 1100 m. Der Aufstieg war beschwerlich. Am Ausgangspunkt ein Gewühl von Einheimischen. Alle wollten irgendetwas verkaufen. Dutzende von Kindern boten Wanderstöcke für 1$ an. Ca. 25 ärmlich bis zerlumpt gekleidete Indios warteten mit ihren Pferden oder Mulis darauf, "gemietet" zu werden. Die ersten Leute stiegen gleich auf. Dann ging es 1200 m, zum Teil sehr steil, auf Lava-Asche und Geröll hinauf zum unteren Kraterrand. Der Pacaya ist ein sehr schöner Vulkan vom Typ "Stromboli", also kegelförmig. Die "unbesetzten" Pferde folgten uns, die Leute wussten wohl, dass nach und nach immer mehr Touristen schlapp machen. 3 Guides begleiteten uns, einer vorn, einer in der Mitte und einer hinten. Der mittlere war eine Art Sanitäter, ausgerüstet mit Verbandszeug, Blutdruckmesser, Decke usw. Er kam auch mehrere Male zum Einsatz. Eine Frau hatte einen Schwächeanfall, andere stürzten und verletzten sich an dem scharfkantigen Lavagestein. Als wir 2300 m Höhe erreichten, waren schon 10 aufs Pferd umgestiegen. Es pfiff ein starker Wind, die Temperatur war weiter gesunken auf 12.0 C. Annette und ich hatten nur ein T-Shirt an, wir schwitzten trotzdem. Aber in den 6 Pausen, die der Chefguide machte, damit alle wieder aufrücken konnten und er seine Erklärungen über Vegetation und den Vulkan abgeben konnte, froren wir wie die Hunde. Der Abstieg entlang des riesigen Lavafeldes vom letzten Ausbruch 2007 war ebenfalls anstrengend. Das kieselsteingroße Lavageröll vermischt mit Asche gab bei jedem Tritt nach, erhöhte Sturzgefahr. Und wieder kamen 2 weitere Pferde zum Einsatz.

Dass ich wieder der Älteste war, versteht sich von selbst! Der Abstieg wurde durch die Sonne versüßt, die Temperatur stieg rapide an. Am Bus angekommen, dreckig und erneut verschwitzt, mussten erst einmal die Steinchen und Asche aus den Schuhen "gekippt" werden. Danach ging's in ein großes Restaurant zu einem deftigen Mittagessen, welches der Chefguide schon zu Beginn der halbstündigen Fahrt per Handy geordert hatte. Alles war wirklich gut organisiert. Das Restaurant war voll von einheimischen Familien, es sind Osterferien! Um 16.30 Uhr zurück am Schiff. Wir duschten und zogen uns um, gingen sofort in den Whirlpool, um unsere lahmen Beine zu entspannen. Nach dem Dinner ins Zentrum, um noch etwas Livemusik zu hören. Aber getanzt haben wir nicht mehr.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen