22.3. Tag
5. Es wurde ein brütend heißer Tag mit 33.0 C und hoher Luftfeuchtigkeit. Um
7.00 Uhr waren wir wie schon die letzten Tage auf der Piste. Es war fast schon
zu warm. Um 9.00 Uhr legte unser Pott in Colon, (spanischer Name für Kolumbus),
dem Eingang zum Panamakanal, an. Ab 10.00 Uhr begannen die Excursionen, 16 an
der Zahl. Eine Armada von Bussen wartete schon am Kai. Wir hatten uns für eine
Tour in den Regenwald und zur Besichtigung der "Gatun Locks", der größten
Schleuse im Kanal entschieden. Es wurde gerade ein Kreuzfahrtschiff von 6
schweren Loks in die Schleuse gezogen. Links und rechts war kein halber Meter
Platz zur Schleusenwand, eine Präzisionsarbeit. Zur Zeit wird der Kanal
erweitert, damit auch die größten Containerschiffe passieren können. Weitere
Angaben zum Kanal in einem Extra.
Nach 4 Stunden waren wir wieder am Schiff,
verschwitzt und durstig. Nachdem wir uns erfrischt und im Windjammer Café
gestärkt hatten, gingen wir nochmal von Bord, um in den naheliegenden
Souvenirshops nach einem Mitbringsel zu suchen. Es wurde ein Tukan aus farbigem
Stein.
Der Panamakanal (wird auch als 8. Weltwunder
bezeichnet):
1881
begannen die Franzosen mit dem Bau unter Ferdinand Lesseps, nachdem der
Suezkanal fertiggestellt war. Nach 20 Jahren gaben sie auf, pleite. 20 000!
Arbeiter waren dem mörderischen Dschungelklima (Malaria und Gelbfieber) zum
Opfer gefallen. Nach jahrelangem Baustopp übernahmen die USA den Bau und
stellten ihn bis 1914 fertig, gerade rechtzeitig zu Beginn des 1. Weltkrieges.
Weitere 5000 Arbeiter waren gestorben. Durch den Bau verkürzt sich der Seeweg
von New York nach San Francisco von 30 000 auf 10 000 km. Seit der Eröffnung am
15.8.1914 haben fast eine Million Schiffe den Kanal durchquert. Gebühr: 50 000
bis 150 000 $ je nach Größe und Fracht. Der gesamte Warenverkehr mit China,
Japan und Korea zur amerikanischen Ostküste läuft durch den Kanal. Aber eben
nur fast, denn für die neuen riesigen Containerschiffe ist der Kanal zu eng.
Seit 2006 wird an der Erweiterung gearbeitet. Beteiligt sind neben Panama
Belgien, Italien und Spanien.
Der Kanal ist 81 km lang und hat 3
Schleusensysteme, genannt Locks. Die drei Kammern der Gatun Locks überwinden
die 26 Höhenmeter und münden in den Gatunsee, ein riesiger künstlicher Stausee.
Größe der Kammern: L 305 m, B 33,5 m, T 26 m. Erlaubte Schiffsgröße: L 295 m, B
32,3 m, T 12 m. Nach der Passage des Gatunsees (25 km) senken die 2 Kammern der
Pedro-Miguel Schleusen, später 2 Kammern der Miraflores Schleusen die Schiffe
auf das Niveau des Pazifik herab. 8000 Leute beschäftigt die
Kanalgesellschaft, 7000 neue Arbeitsplätze kommen mit der Erweiterung hinzu,
dazu kommen noch 35 000 indirekte Arbeitsplätze. Die Erweiterung (L 427 m, B 55
m) soll 2014 zum hundertjährigen Jubiläum abgeschlossen sein. Kosten: 5 - 6
Milliarden $.

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